Ärzte Zeitung online, 24.07.2009

Schweinegrippe: Schmidt gibt vorerst Entwarnung für Groß-Events

BERLIN (dpa). Trotz immer zahlreicherer Schweinegrippefälle hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) vorerst Entwarnung für Großveranstaltungen gegeben. Die Absage etwa von Fußballspielen zum Schutz vor einer Ausbreitung des Virus zeichne sich derzeit nicht ab, sagte Schmidt der "Bild"-Zeitung (Freitag). Für diesen Herbst schloss Schmidt drastischere Vorsorgemaßnahmen aber nicht aus.

"Wenn mein Heimatverein Alemannia Aachen nächste Woche spielen würde und ich Zeit hätte, würde ich hingehen. Ob ich das im Oktober auch machen könnte, kann heute niemand voraussehen", sagte Schmidt. Der SPD-Katastrophenschutzexperte Gerold Reichenbach sagte: "Wenn das Virus noch gefährlicher wird und die Ansteckungsrate nach oben geht, müssen Großveranstaltungen wie Fußballspiele abgesagt werden." Binnen eines Tages gab es in Deutschland 380 neue Schweinegrippefälle.

Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer äußerte die Sorge, dass gefährliche Straftäter Schweinegrippe bekommen könnten. "Neben gesundheitlich angegriffenen und älteren Menschen müssen auch Strafgefangene bevorzugt geimpft werden. Nur so kann verhindert werden, dass gefährliche Täter im Krankenhaus von Polizisten teuer bewacht werden müssen", sagte er der Zeitung. Der CDU-Sozialexperte Gerald Weiß sagte, es könne auch sinnvoll sein, Strafgefangene frühzeitig zu impfen, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden.

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