Ärzte Zeitung online, 30.07.2009

USA wollen Hälfte der Bevölkerung rasch gegen Schweinegrippe impfen

WASHINGTON(dpa). In den USA soll gut die Hälfte der Bevölkerung - bis zu 160 Millionen Menschen - rasch Zugang zu einem Impfstoff gegen die Schweinegrippe erhalten. Ein Expertenausschuss der US-Gesundheitsbehörde CDC stellte am Mittwoch (Ortszeit) nach ganztägigen Beratungen in Atlanta eine Liste der Gruppen auf, die bei der Immunisierung Vorrang erhalten sollen, sobald der Impfstoff erhältlich ist. Das wird nach Medienberichten für September erwartet.

Ganz oben auf der Prioritätenliste stehen schwangere Frauen, Betreuungspersonen von Babys im Alter von bis zu sechs Monaten, Beschäftigte in Gesundheitseinrichtungen und Notaufnahmen, Kinder und junge Leute im Alter von sechs Monaten bis 24 Jahren und besonders gefährdete Erwachsene bis zu 64 Jahren. Diese Prioritätengruppe umfasst etwa 160 Millionen Menschen. Die CDC geht aber davon aus, dass sich nur ein Bruchteil von ihnen impfen lassen wird.

Ist dem Bedarf in dieser Gruppe entsprochen, soll der Impfstoff in einem zweiten Schub gesunden Erwachsenen zwischen 25 und 64 Jahren angeboten werden, danach dann auch älteren Menschen ab 65 Jahren. Die Expertengruppe stützt ihre Empfehlung auf langjährige allgemeine Grippe-Erfahrungen und insbesondere auf intensive Studien des Verhaltens des Schweinegrippen-Virus H1N1.

Die Impfstoff-Hersteller gehen der "Washington Post" zufolge von der Auslieferung der ersten 40 Millionen Dosen im September aus, im Oktober und danach sollen dann jeweils 80 Dosen pro Monat folgen. Dabei soll der Stoff auch in einer in die Nase zu spritzenden Variante angeboten werden.

Klinische Versuche mit einem Prototyp-Impfstoff beginnen laut "Washington Post" in diesen Tagen, Erkenntnisse über die Wirkung einer einzelnen Dosis würden für Mitte September erwartet, Daten über die Effektivität von zwei Dosen dann Ende desselben Monats. Die Impf-Programme liefen demnach möglicherweise bereits an, bevor die Studienergebnisse vorlägen.

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