Ärzte Zeitung online, 07.08.2009

AOK kritisiert Schweinegrippe-Impfung für Merkel

LÜBECK/BERLIN (dpa). Der Chef der AOK Schleswig-Holstein, Dieter Paffrath, hat die geplante Schweinegrippe-Impfung für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Kabinett kritisiert. "Da werden Begehrlichkeiten bei anderen gesellschaftlichen Gruppen geweckt", sagte Paffrath den "Lübecker Nachrichten" (Freitagausgabe).

Die Kanzlerin erfülle die Kriterien für eine Impfung nicht, meinte der AOK-Chef. Geimpft werden sollten chronisch Kranke, Schwangere sowie Beschäftigte in Krankenhäusern und Arztpraxen, bei Polizei und Feuerwehr. Das Kabinett gehöre zum Personenkreis, der für die Funktionsfähigkeit des Staates von Bedeutung sei, verteidigte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums die Pläne. Der stellvertretende Regierungssprecher Klaus Vater äußerte sich verwundert: "AOK-Chefs sollten ihr Geld damit verdienen, ihren Mitgliedern eine gute Versorgung zu organisieren und nicht durch verfehlte und falsche Äußerungen", sagte er der dpa.

Mitglieder der Landesregierung in Kiel gehören offenbar nicht zu dem privilegierten Personenkreis. Für sie ist nach Auskunft des Sozialministeriums keine Impfung vorgesehen.

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