Ärzte Zeitung online, 11.08.2009

Neuraminidasehemmer bei Kindern mit Schweinegrippe überflüssig?

LONDON (dpa). Grippemittel wie Tamiflu® oder Relenza® sollten Kindern mit Schweinegrippe nach Meinung britischer Forscher nicht verabreicht werden. Bei Kindern unter zwölf Jahren würden die Medikamente die Gefahr einer Weiterverbreitung von Grippeviren nur geringfügig eindämmen, heißt es in einer Studie von Medizinern der Universität Oxford.

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Zwar könne die Dauer der Erkrankung um etwa eineinhalb Tage verkürzt werden, eine weit verbreitete Nutzung von Tamiflu® könne aber dazu führen, dass das Virus dagegen immun wird (BMJ 2009, 339, b3172).

Gegen eine Anwendung spreche zudem, dass sich etwa fünf Prozent der Kinder bei der Einnahme von Tamiflu® übergeben müssten, was zu einer Austrocknung und anderen Komplikationen führen könne. Bei einem milden Verlauf der Schweinegrippe bräuchten erkrankte Kinder wie bei jeder anderen Grippe Flüssigkeit und Ruhe.

Sofern es sonst keine schweren Gesundheitsprobleme gebe, bestehe kein Grund zur Einnahme von Tamiflu®, heißt es in der Studie der Mediziner Matthew Thompson und Carl Heneghan weiter. Die Forscher leiteten ihre Erkenntnisse aus Studien zu anderen saisonalen Grippewellen ab - nicht direkt aus Daten zur Schweinegrippe.

Zum Abstract der Originalarbeit "Neuraminidase inhibitors for treatment and prophylaxis of influenza in children: systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials"

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