Ärzte Zeitung online, 21.08.2009

Schweinegrippe: Noch nicht zugelassene Therapie rettet Patienten das Leben

MELBOURNE (gwa). Ein schwer asthmakranker Patient hat eine Infektion mit Schweinegrippe überlebt, weil er intravenös mit dem Anti-Grippe-Wirkstoff Zanamivir behandelt wurde. Diese Form der Therapie ist noch nicht zugelassen.

Die behandelnden Ärzte im Austin Hospital in Melbourne hatten eigentlich keine Hoffnung, dass der schwer an Asthma erkrankte 20-Jährige seine Schweinegrippe-Infektion überleben würde, berichtet "Adelaide Now" online. Der Patient war zunächst 38 Tage auf der Intensivstation behandelt worden. Seine Lungen waren voller Schleim, so dass er selbst mit künstlicher Beatmung kaum noch genug Sauerstoff bekam.

Im Lauf der 31-tägigen Beatmung kam es weiteren Komplikationen. Da der Beatmungsdruck immer weiter erhöht werden musste, kam es zu Lungeneinrissen. Luft strömte in den Brustkorb und presste Lunge und Herz zusammen. Der Zustand des Patienten verschlechterte sich weiter, so dass er keine antiviralen Medikamente mehr einnehmen konnte

Daraufhin entschieden sich die Ärzte zu einer experimentellen Therapie. Sie orderten eine flüssige Zubereitung des Anti-Grippemittels Zanamivir (Relenza®) aus den USA zur intravenösen Therapie. Diese Zubereitung ist bislang noch nicht zugelassen und auch noch nicht in Zusammenhang mit Schweinegrippe gestestet worden. Nach dem Bericht auf Adelaide Now online hat diese Therapie dem Patienten das Leben gerettet.

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