Ärzte Zeitung online, 25.08.2009

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Schweinegrippe: Impf-Bestellung im September

BERLIN (dpa). Der Weg für die Schweinegrippe-Impfung für den Großteil der Bevölkerung wird erst im September frei sein. Die Gesundheitsminister der Länder vereinbarten am Dienstag, den Impfschutz für mehr als die bisher geplanten 35 Millionen Menschen erst zu bestellen, wenn die Finanzierung geregelt ist und Ergebnisse der Impf-Tests vorliegen. Die Impfaktion soll aber über chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal hinausgehen.

"Es wird angestrebt, dass alle Bürger, die das wollen, eine kostenlose Impfung bekommen", sagte der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz. "Es wird kein Impfchaos geben."

Die Kosten für die Impfung von bis zu 35 Millionen Menschen - der Hälfte der Versicherten - übernehmen die Krankenkassen. Diese Impfaktion für Risikogruppen soll bis zu eine Milliarde Euro kosten. Das Ziel der Bundesregierung ist, dass jeder sich gegen die Neue Grippe impfen lassen kann, der dies will. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) rechnet mit bis zu 64 Millionen. Die weiteren Impfungen sollen mit Steuern bezahlt werden, was einen höheren dreistelligen Millionenbetrag ausmachen könnte.

In Deutschland sind insgesamt rund 14 600 Fälle der Neuen Grippe registriert, berichtete das Robert Koch-Institut (RKI). Davon sind allerdings viele schon wieder genesen. Gegen die herkömmliche Grippe lassen sich nach Schätzung des RKI etwa 24 Prozent der Erwachsenen impfen. Dies sind rund 16 Millionen Menschen.

Im Gespräch für die Sonderkonferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern in Berlin ist der 7. September. Bis dahin sollen nach Angaben von Thüringen, das den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz der Länder hat, die Ergebnisse der klinischen Impf-Tests vorliegen. "Wenn man Mitte September bestellt, ist das völlig ausreichend", sagte Ministeriumssprecher Schulz. Die bereits bestellten Impfdosen reichten für chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal aus.

Der Streit zwischen Bund und Ländern über die Finanzierung ist noch nicht ausgeräumt. Die Gesundheitsminister zeigten sich aber zuversichtlich, dass sich die Arbeitsgruppe von Kanzleramt und Staatskanzleien der Länder rechtzeitig einigt.

Die Schweinegrippe ist nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf der Nordhalbkugel noch nicht richtig ausgebrochen. Nach WHO-Angaben ist die Entwicklung der Schweinegrippe weiter nicht voraussehbar. Die meisten Infizierten außerhalb der Risikogruppen - wie etwa Schwangere und immunschwache Menschen - würden ohne Medikamente wieder gesund.

Die Impfung gegen die Schweinegrippe ist aus Sicht des Dresdner Internisten Gerhard Ehninger nicht gefährlicher als die jährliche Grippeschutzimpfung. "Der Impfstoff wird nach den gleichen Rezepten hergestellt", sagte der Geschäftsführende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie der Deutschen Presse-Agentur. Die Schweinegrippe sei auch nicht gefährlicher als andere Grippevarianten.

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