Ärzte Zeitung online, 30.08.2009
Schweinegrippe-Impfstoffe
enthalten nur bekannte und getestete Verstärker
LANGEN (eb). Die Impfstoffe gegen
Schweinegrippe, die in Deutschland zur Verfügung stehen
werden, sind nach den üblichen Standards getestet. Die
verwendeten Impfstoff-Verstärker haben sich längst in
Impfstoffen gegen die saisonale Influenza als sicher erwiesen. Mit
dieser Stellungnahme tritt das Paul-Ehrlich-Institut Aussagen entgegen,
die Verstärkersubstanz sei nicht getestet.

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GSK / www.fotolia.de
"Die Impfstoffe, die in Deutschland zum Schutz
gegen die
Schweinegrippe zur Verfügung stehen werden, haben
Zulassungs-Verfahren durchlaufen und sind daher nach üblichen
Standards auf Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet
worden." Mit diesem Hinweis korrigiert der Präsident des
Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in Langen, Professor Johannes
Löwer, Aussagen, mit denen der Vizepräsidenten der
Bundesärztekammer, Dr. Frank-Ulrich Montgomery, am Samstag zitiert
wurde.
Zudem seien Montgomerys Informationen bezüglich der
Impfstoffmenge, die bis Ende des Jahres zur Verfügung stehen
kann, nicht korrekt, so Löwer.
Montgomery wurde vom Magazin "Focus" mit den Worten zitiert,
er wolle niemandem Angst machen, "aber es beunruhigt, dass die
Verstärkersubstanz nicht getestet ist". Außerdem
seien die Kapazitäten zu gering (wie berichtet).
Pandemrix® mit dem Verstärker AS03 hat
Zulassung der EU-Kommission erhalten
Der Impfstoff Pandemrix®, von dem zunächst 50
Millionen Dosen bestellt wurden, hat als Musterimpfstoff eine Zulassung
der EU-Kommission erhalten. Voraussetzung dieser Zulassung waren unter
anderen klinische Prüfungen an mehreren tausend Probanden,
zunächst Erwachsene. Inzwischen stehen auch Daten aus
klinischen Studien mit Kindern zur Verfügung.
Derzeit läuft für diesen Impfstoff die so
genannte Stammanpassung, ein Routineverfahren wie bei saisonalen
Impfstoffen. Dazu gehört, dass mehrere Chargen in gleich
bleibender Qualität hergestellt werden müssen, was
vom PEI überprüft wird. Ende September, Anfang
Oktober, wenn mit den Impfungen nach Genehmigung der Stammanpassung
begonnen werden kann, werden schon mehrere Millionen Dosen zur
Verfügung stehen. Danach wird fortlaufend weiterproduziert.
Die Kombination eines Influenzaimpfstoffs mit dem
Verstärker AS03, wie es in Pandemrix® der Fall ist,
wurde zudem auch schon in klinischen Studien mit saisonalen
Influenzaimpfstoffen bei mehreren zehntausend Menschen zwischen 18 und
93 Jahren sowie einer geringen Anzahl von kleinen Kindern
überprüft.
Für einen Zellkulturimpfstoff mit dem
Verstärker MF59 wird die Zulassung für Mitte Oktober
erwartet
Für den Zellkulturimpfstoff von Novartis laufen
derzeit klinische Prüfungen an Erwachsenen und Kindern. Die
Zulassung wird für Mitte Oktober erwartet. Auch von diesem
Impfstoff werden dann bereits einige Millionen Dosen zur
Verfügung stehen.
Der Verstärker MF59, der in diesem Impfstoff
enthalten ist, hat sich bei der Impfung von mehr als 40 Millionen
Menschen weltweit mit dem Grippe-Impfstoff Fluad® sowie in
klinischen Studien mit zehntausenden von Erwachsenen und rund 700
Kindern für weitere saisonale Grippeimpstoffe als sicher
erwiesen. Zudem wurden entsprechende Studien mit dem Vogelgrippevirus
durchgeführt.
"Wir sollten auch nicht vergessen, dass die
Verstärker in den Schweinegrippeimpfstoffen biologischen
Ursprungs sind, fast so etwas wie ‚Bio-Verstärker'",
erklärt Löwer. Vitamin E und Squalen stecken auch in
Pflanzenölen, Polysorbat wird aus Getreide gewonnen. Alle drei
Substanzen sind in vielen Arznei- und/oder Lebensmitteln enthalten.
Lesen Sie dazu auch:
Montgomery:
Impfung gegen Schweinegrippe wird kein Renner
Weitere Informationen des
Paul-Ehrlich-Instituts zu Impfstoffen gegen die Schweinegrippe und den
verwendeten Verstärkern (Statement zu Impfstoffen gegen die
Schweinegrippe vom 6. August)
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