Ärzte Zeitung online, 30.08.2009

Bei Schweinegrippe-Impfstoffen werden keine neuen Nebenwirkungen erwartet

LANGEN (eb). Bei der jährlichen Virusanpassung von Impfstoffen gegen saisonale Influenza wurde keine Änderung der Art und Menge von Nebenwirkungen beobachtet. Mit einer Änderung des Nebenwirkungsprofils muss daher auch nicht bei den Schweinegrippe-Impfstoffen gerechnet werden. Denn die Anpassung der Musterimpfstoffe von H5N1 (saisonal) auf H1N1 (Schweinegrippe) bleibt innerhalb eines auch im saisonalen Impfstoff enthaltenen Virussubtyps.

Die häufigsten unerwünschten Reaktionen auf Impfstoffe gegen saisonale Influenza waren im Zeitraum 2001 bis 2008: Fieber, Kopfschmerzen, Schmerzen an der Impfstelle (Lokalreaktionen), Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Parästhesie (Jucken, Kribbeln, Schwellungsgefühle), Schüttelfrost, Husten, Übelkeit. Solche leichten Erkältungssymptome nach der Impfung werden als Zeichen gewertet, dass das Immunsystem beginnt zu arbeiten.

Mit einer Änderung des Nebenwirkungsprofils bei den Impfstoffen gegen die Schweinegrippe ist nicht notwendigerweise zu rechnen, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in einem gemeinsamen Statement mit dem Robert Koch-Insitut in Berlin mitteilt. Die Anpassung der Musterimpfstoffe von H5N1 auf H1N1 bleibt innerhalb eines auch im saisonalen Impfstoff enthaltenen Virussubtyps, wenn auch der Unterschied größer ist als üblicherweise.

Für die verwendeten Adjuvanzien MF59 und AS03 gibt es umfangreiche Daten zur Verträglichkeit. So ist zum Beispiel MF59 im Impfstoff Fluad® von Novartis Behring enthalten, der im Jahr 2000 in Deutschland zugelassen wurde. Weltweit ist dieser Impfstoff mehr als 40 Millionen mal verimpft worden und es hat sich kein auffälliges Nebenwirkungsprofil gezeigt.

Die Anwendung der Schweinegrippe-Impfstoffe stehe also auf soliden Füßen, so das PEI. Ihr Einsatz ist derzeit für Risikogruppen vorgesehen, bei denen schwere Verläufe bis hin zu tödlichen Verläufen auftreten. Daher muss die Risiko-Nutzen-Bewertung positiv ausfallen.

Theoretisch ist nicht auszuschließen, dass die Kombination der Bestandteile der Schweinegrippeviren mit den eingesetzten Adjuvanzien unerwartete Nebenwirkungen auslöst. Die Erfahrung zeige jedoch, dass solche Nebenwirkungen, wenn überhaupt, sehr selten auftreten.

Das komplette Statement des PEI "Statement des Paul-Ehrlich-Instituts zu Impfstoffen gegen die pandemische H1N1-Influenza (Schweinegrippe)" vom 6. August

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