Ärzte Zeitung, 14.09.2009

Gute Nachricht zu H1N1-Impfstoffen

Gute Nachricht zu H1N1-Impfstoffen

Von Wolfgang Geissel

Das neue Influenza-Virus H1N1 trifft weltweit bei den meisten Menschen auf eine gänzlich unvorbereitete Immunabwehr. Da sich der neue Erreger stark von herkömmlichen Grippeviren unterscheidet, ist eine Schutzwirkung bereits vorhandener Influenza-Antikörper (Kreuzprotektivität) nicht zu erwarten. Bisher hatte man daher angenommen, dass ein Schutz zwei Impfdosen erfordert.

Bei gesunden Erwachsenen trifft das aber offenbar nicht zu. Nach Daten aus zwei kleineren Studien reicht offenbar auch bei Schweinegrippe eine Impfung aus. Dieses Ergebnis ist sehr erfreulich: Angesichts der weltweit nur begrenzt herstellbaren Menge an Vakzinen ließen sich im Ernstfall erheblich mehr Menschen schützen. Durch Verstärkerstoffe (Adjuvantien) wird zudem nur die halbe Impfstoffmenge benötigt, was die Vorräte noch einmal vergrößert. Impfprogramme mit nur einer einzigen Dosis wären zudem einfach vorzunehmen.

Weitere Studien werden in Kürze zeigen, ob die Daten belastbar sind und ob auch für Kinder oder Risikogruppen etwa mit Immunschwäche eine Impfdosis reicht. Wichtig ist zudem eine umfangreiche Surveillance der Impfprogramme, um mögliche seltene Impfkomplikationen schnell erfassen und bewerten zu können.

Lesen Sie dazu auch:
Reicht eine Impfung gegen H1N1?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »

Wer nicht hören will, den soll die Kita künftig melden

Prävention mit Drohgebärden: Künftig will das Bundesgesundheitsministerium nicht nur mit Bußgeld drohen, sondern auch die Kitas einspannen, um die Verweigerer einer verpflichtenden Impfberatung herauszufischen. mehr »