Ärzte Zeitung online, 26.09.2009

Frau aus dem Ruhrgebiet offenbar an Folgen der Schweinegrippe gestorben

ESSEN (dpa/gwa). Im Ruhrgebiet ist eine extrem adipöse 36-jährige Frau offenbar an den Folgen einer Schweinegrippe-Infektion gestorben. Der behandelnde Arzt hält die Schweinegrippe-Infektion nach derzeitigem Kenntnisstand für die Ursache des Multiorganversagens, an dem die Frau starb.

Man müsse davon ausgehen, dass das Scheinegrippe-Virus ursächlich für den Tod der Frau war, sagte der behandelnde Arzt, Professor Jan Buer, am Freitag in der "Aktuellen Stunde" des WDR-Fernsehens. "Ja, es ist wahrscheinlich eine Patientin, die an Schweinegrippe gestorben ist." Der Verlauf bei dieser Patientin sei aber "extrem selten und unwahrscheinlich", sagte Buer. Der Arzt riet zu Grippeimpfungen.

Die 180 Kilogramm schwere Frau war nach einer verschleppten Grippe in ein Krankenhaus gekommen und musste dort wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes künstlich beatmet werden. Wegen der besseren Behandlungsmöglichkeiten mit einer künstlichen Lunge wurde die 36-Jährige ins Essener Universitätsklinikum gebracht. Dort wurden außer Bakterien auch Schweinegrippe-Viren H1N1 entdeckt. Die Frau starb zehn Tage, nachdem sie in die Uniklinik verlegt worden war.

Derzeit wird weiter untersucht, ob die Schweinegrippe-Infektion schlussendlich zum Tod der Frau führte.

In Deutschland hat es bereits einzelne schwere Fälle von Schweinegrippe gegeben. In der Regel verlaufen die Erkrankungen nach Angaben des Robert Koch-Instituts hierzulande jedoch mild. In einem schweren Fall war allerdings ein Patient in Bonn vor einigen Wochen vorübergehend lebensgefährlich erkrankt. Wie bei der Frau im Ruhrgebiet war auch bei ihm ein Grundrisiko vorhanden, an jeder Grippe schwer zu erkranken.

Zur Mitteilung des Robert Koch-Instituts zum möglichen Todesfall

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »