Ärzte Zeitung online, 05.10.2009

Schweinegrippe-Impfstoff für Schwangere wird geprüft

BERLIN (dpa). Die Pharmaindustrie soll nach dem Willen der Gesundheitsbehörden die Produktion eines besser für Schwangere geeigneten Schweinegrippe-Impfstoffs prüfen. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte am Wochenende in Berlin, die Gespräche mit den Herstellern sollten in den nächsten Tagen beginnen.

Dabei gehe es um die Frage, ob die Pharmakonzerne ein zusätzliches Angebot von Impfstoff ohne Verstärkersubstanzen liefern könnten. Dies hätten Experten der Gesundheitsministerien der Länder bei einem Arbeitstreffen am Freitag in Berlin beschlossen.

Die Adjuvanzien helfen dem Immunsystem, das Virus zu erkennen. Allerdings halten einige Wissenschaftler die Wirkung dieser Substanzen auf werdende Mütter und ungeborene Kinder für problematisch. Die Ministeriumssprecherin betonte aber, der bestellte Impfstoff sei auch nach Angaben des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts grundsätzlich für Schwangere geeignet.

Die Bundesländer wollen den Angaben zufolge zunächst keine zusätzlichen Dosen von Schweinegrippe-Impfstoff bestellen. Ende November soll es dann aber eine Bestandsaufnahme geben. Derzeit sind 50 Millionen Dosen des Impfstoffs Pandemrix® von GlaxoSmithKline bestellt.

Für den Impfstoff hatte die EU-Kommission in Brüssel am Dienstag grünes Licht gegeben, die Europäische Arzneimittelbehörde (EMEA) hatte die Zulassung befürwortet.

Das gilt auch für den Impfstoff Focetria® von Novartis Behring.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »