Ärzte Zeitung online, 08.10.2009

Schweinegrippe-Impfung vom 26. Oktober an

ERFURT/BERLIN (dpa). Die Impfungen gegen Schweinegrippe starten in Deutschland voraussichtlich am 26. Oktober. Der Termin gelte, "wenn alles glatt läuft", sagte der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz, am Donnerstag in Erfurt. Er rechne mit einer Verzögerung von allenfalls wenigen Tagen, falls es etwa Transportprobleme gebe. Zudem müsse das Paul-Ehrlich-Institut die Impfstoff-Chargen noch freigeben. Thüringen hat derzeit den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz.

Nach neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollen zunächst Medizinpersonal sowie chronisch Kranke und Schwangere geimpft werden. Bei den beiden letzteren seien die Krankheitsverläufe schwerer, und es komme weltweit gesehen häufiger zu Todesfällen. Wie bei allen Impfungen sollte auch vor dieser eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

"Ab Mitte November können sich auch alle, die nicht zu diesen Gruppen gehören, impfen lassen", sagte Schulz. Derzeit sei Impfstoff für 25 Millionen Menschen bestellt, einem Drittel der Bevölkerung Deutschlands. Die Impfung sei freiwillig und werde von den Krankenversicherungen bezahlt. Schulz rechnet jedoch damit, dass sich nicht alle Menschen impfen lassen. "Sollte der Impfstoff nicht reichen, so haben wir Nachbestelloptionen. Wir gehen aber davon aus, das vorerst nicht nachbestellt werden muss." Wenn hingegen Impfstoff übrig bleibe, werde er an ärmere Länder abgegeben.

Eine Impfung sei jedoch nicht für jeden Menschen ratsam. "Ein Arzt muss feststellen, ob jemand impftauglich ist", erläuterte Schulz. Das gelte insbesondere für Menschen, die viele Medikamente einnehmen, etwa Psychopharmaka.

Die STIKO weist ausdrücklich darauf hin, dass ihre Empfehlungen in einer sich ständig ändernden Datenlage überprüft und gegebenenfalls angepasst werden müssen. "Das neue Virus ist ansteckender als die saisonalen Influenzaviren, und es könnte daher eine größere Zahl von Menschen als in einer saisonalen Welle betreffen", schreibt das Robert Koch-Institut (RKI). Im Durchschnitt gebe es bislang jeden Winter in Deutschland geschätzte 8000 bis 11 000 grippebedingte Todesfälle; überwiegend seien es ältere kranke Menschen.

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