Ärzte Zeitung online, 19.10.2009

Schweinegrippe: Chef der Arzneimittelkommission gegen Massenimpfungen

HAMBURG (dpa). Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, hat sich gegen Massenimpfungen zum Schutz vor der Schweinegrippe ausgesprochen. "Ich bin kein Verfechter der Massenimpfung derzeit, da die Neue Influenza eher milde verläuft in Deutschland."

Der Nutzen einer Impfung sei nicht klar aufgezeigt und Risiken könnten nicht ausgeschlossen werden. Politiker und Mediziner sollten nicht in Hysterie verfallen. "Derzeit ist Impfskepsis in jedem Fall berechtigt", sagte Ludwig am Montag dem dpa-Audiodienst..

Beim Impfstoff Pandemrix®, den gut ein Drittel der Bevölkerung erhalten soll, tauchen durch den Wirkstoffverstärker laut Ludwig Risiken auf, die man noch nicht genau kenne. "Wir können erst in einigen Wochen sagen, wie sicher diese Wirkstoffe sind." Wegen quecksilberhaltiger Bestandteile müsse für kleine Kinder und Schwangere so schnell wie möglich ein Impfstoff ohne Verstärker zur Verfügung gestellt werden.

Verwunderung äußerte Ludwig über die frühe Entscheidung für einen Impfstoff mit Wirkstoffverstärker in Deutschland. In den USA sei die Entscheidung genau in die andere Richtung gegangen. "Dort hat man sich ausschließlich für Impfstoffe entschieden ohne Wirkstoffverstärker."

Lesen Sie dazu auch:
Neues Kapitel in der Diskussion um Schweinegrippe-Impfstoffe

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »