Ärzte Zeitung online, 24.10.2009

Obama ruft Schweinegrippe zu nationalem Notstand aus

WASHINGTON (dpa/gwa). US-Präsident Barack Obama drückt im Kampf gegen die grassierende Schweinegrippe aufs Tempo und hat die Krankheit zum nationalen Notstand erklärt. Durch den Schritt könnten die Gesundheitsbehörden bei einem möglichen Ansturm von Patienten Regularien umgehen, teilte das Weiße Haus am Samstag in Washington mit.

Obama
ruft Schweinegrippe zu nationalem Notstand aus

Foto: GSK / www.fololia.de

In den USA sind mittlerweile mehr als 1000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem H1N1-Virus gestorben, darunter auch knapp hundert Kinder. Die europäische Behörde ECDC bestätigt für die USA bislang knapp 600 Fälle seit Ausbruch der Schweinegrippe.

Die Schweinegrippe breitete sich bislang auf 46 der 50 Bundesstaaten aus. 20 000 Menschen mussten wegen einer Schweinegrippe-Erkrankung ins Krankenhaus.

Obama unterschrieb eine entsprechende Verordnung in der Nacht zum Samstag. "Grundlage unserer nationalen Antwort auf die H1N1-Grippe ist, auf allen Ebenen vorbereitet zu sein - persönlich, in Unternehmen und in der Regierung", hieß es aus dem Weißen Haus. "Diese Erklärung hilft, unsere Anstrengungen voranzubringen."

Die Auslieferung des Impfstoffes läuft in den USA bisher äußerst schleppend: 250 Millionen Dosen hat die US-Regierung bestellt. 120 Millionen sollten gegen Ende Oktober bereits zur Verfügung stehen. Doch nun haben die Behörden ihre Prognosen heruntergeschraubt: Anfang November werden wahrscheinlich maximal 40 Millionen Dosen ausgeliefert sein. Nach Medienberichten sind an vielen Orten in den USA geplante Massen-Impfungen in Schulen, Krankenhäusern, Kirchen und auch Supermärkten verschoben worden. Dort, wo sie vorgenommen werden, bilden sich oft lange Schlangen. Arztzentren wie beispielsweise in New York berichten über eine Flut von Anrufen besorgter Bürger.

"Wir erwarten, dass die Krankheit in Wellen auftritt, wir können aber nicht voraussagen, wann diese Wellen auftreten", sagte der Chef der US-Seuchenbehörde CDC, Thomas Frieden. Den Angaben zufolge wurden bislang rund 60 Millionen Amerikaner gegen das Virus geimpft.

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