Freitag, 19. März 2010
Ärzte Zeitung online, 24.10.2009

Obama ruft Schweinegrippe-Notstand aus - Mehr Spielraum für Behörden

WASHINGTON (gwa). Barack Obama hat die Schweinegrippe zum nationalen Notstand erklärt und damit mehr Handlungsfreiheit für Gesundheitsbehörden, Kliniken und Ärzte geschaffen. Öffentliche Gebäude wie Schulen können nun unbürokratisch in Nothospitale umgewandelt werden. Mit der Ausrufung der Schweinegrippe zum nationalen Notstand bereiten sich die USA auf eine mögliche zweite schwere Schweinegrippe-Welle vor.

Obama ruft Schweinegrippe-Notstand aus - Mehr Spielraum für Behörden

Obama ruft Schweinegrippe zu nationalem Notstand aus.

Foto: GSK / www.fotolia.de

Die Ausrufung führt auch dazu, dass zum Beispiel die Aufklärungspflicht über Therapien etwa bei großem Andrang Infizierter gelockert werden kann. Diese und weitere Maßnahmen, die nun unter Umgehung der Regelungen in den einzelnen Bundesstaaten möglich sind, sollen dafür sorgen, dass an Schweinegrippe Erkrankte schneller und effizienter behandelt werden können. Außerdem sollen durch Eröffnung von Notaufnahmen und Notlazaretten in öffentlichen Gebäuden wie Schulen oder Gemeindezentren die regulären Kliniken entlastet werden. So können nicht-infizierte Patienten, die an anderen Krankheiten leiden, besser geschützt werden.

Dass der Notstand jetzt ausgerufen wurde, bedeutet nicht, dass in den USA aktuell eine zweite schwere Schweinegrippe-Welle ausgebrochen ist. Es handelt sich um einen notwendigen Verwaltungsakt, der es den zuständigen Behörden ermöglichen soll, im Fall einer starken Zunahme von Schweinegrippe-Infektionen sofort handeln zu können.

Der erste Schritt dazu fand am 26. April statt: An diesem Tag wurde die Schweinegrippe als die nationale Gesundheit gefährdende Infektionskrankheit deklariert. Damit war es möglich, Medikamente gegen Influenzaviren aus einem Zentrallager an die Behörden der Bundesstaaten auszuliefern. Zu diesem Zeitpunkt waren 20 Schweinegrippe-Infektionen in den USA bestätigt.

Nach Angaben der New York Times sollen seit April mehr als 1000 Menschen in den USA an den Folgen der Schweinegrippe gestorben sein, darunter 100 Kinder. Die europäische Behörde ECDC meldete bis zum Samstagabend knapp 600 Schweinegrippe-Tote in den USA. Zahlen zu Infizierten werden - außer in Deutschland - zurzeit von den nationalen Gesundheitsbehörden nicht erhoben.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Schweinegrippe: Gurt anlegen nur bei drohendem Unfall?

Internetseite der US-Behörde CDC zur Schweinegrippe und Influenza
Internetseite der US-Regierung zur Schweinegrippe und Influenza
Artikel der New York Times "Obama Declares Swine Flu a National Emergency"

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