Ärzte Zeitung online, 01.11.2009

Schweinegrippe verbreitet sich jetzt wieder rascher in Deutschland

HAMBURG (dpa). Die Schweinegrippe breitet sich in Deutschland zunehmend aus. Die Impfungen gegen das Virus liefen dagegen in der ersten Woche nur schleppend.

Zum einen bieten zahlreiche Hausärzte bewusst keine Impfungen an. Zum anderen wurde nach Angaben des Stuttgarter Sozialministerium zumindest nach Baden-Württemberg deutlich weniger Impfstoff geliefert als im Juli geplant. Niedersachsen hatte wegen Lieferengpässen den Start der Schweinegrippe-Impfung um eine Woche auf diesen Montag verschoben.

Bundesweit gibt es weniger Impfstoff als geplant. "Am Anfang hat sich das Impfstoff-Saatvirus nicht so gut vermehren lassen wie erwartet", sagte eine Sprecherin des Hersteller GlaxoSmithKline. Es zeichne sich ab, dass die im Juli anvisierte Zahl von bundesweit 8,3 Millionen Impfdosen monatlich vorerst deutlich unterschritten werde. Mittlerweile habe die Firma das Herstellungsverfahren optimiert.

In mehreren Bundesländern mussten in der vergangenen Woche Schulen wegen der Schweinegrippe schließen. Im Süden Deutschlands wurden am Wochenende mehrere Handballspiele der Regionalliga und der 2. Bundesliga wegen Erkrankungen abgesagt.

Vom Sommer bis Mitte September war die Zahl der wöchentlich registrierten Neuinfektionen nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurückgegangen, seitdem steigen sie wieder an - besonders in Bayern.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen präsentierte Daten aus einem Bericht in Schweden, das schon seit dem 12. Oktober gegen Schweinegrippe impft. Demnach entsprechen die ersten gemeldeten Nebenwirkungen denen, die auch in den Zulassungsstudien vorkamen. Dort wurden bislang unter anderem Kopf- und Gelenkschmerzen, Fieber und Mattigkeit registriert.

Beachtenswert sei die Meldung von allergischen Reaktionen bei 37 Patienten, schreibt das PEI. Bei zwei der Patienten sei eine Hühnereiweißallergie bekannt gewesen.

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