Ärzte Zeitung, 03.11.2009

Schweinegrippe-Impfung erhält mehr Fürsprecher

Schweinegrippe-Impfung erhält mehr Fürsprecher

Für die H1N1-Impfung nicht nur von Risikogruppen plädieren nun vermehrt Ärztevertreter.

NEU-ISENBURG (juk/ger/eis). Der Bayerische Hausärzteverband hat dazu aufgerufen, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. Der Freistaat ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von allen Bundesländern am stärksten betroffen. 7 500 Infektionen wurden bisher gezählt, darunter zwei Todesfälle. Eine Häufung werde vor allem in Schulen beobachtet, meldet der Bayerische Rundfunk.

Der Chef der bayerischen Hausärzte, Dr. Wolfgang Hoppenthaller, rät nach dem Bericht vor allem jungen Menschen zur Impfung. "Wir bemerken in den Praxen, dass vorwiegend junge Leute betroffen sind, also Schüler und Menschen im ersten Drittel ihres Lebens", wird er zitiert. Es sei auch möglich, gleichzeitig gegen die normale und die Neue Grippe zu impfen, so Hoppenthaller. Schwerere Nebenwirkungen der Impfung seien nach seiner Kenntnis bisher nicht aufgetreten.

Schweinegrippe-Impfung erhält mehr Fürsprecher

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Für eine flächendeckende Impfung der Bevölkerung sprachen sich die Gesundheitsämter in Frankfurt am Main und Wiesbaden aus. Im Hinblick auf den bevorstehenden Winter müsse der Impfstoff für alle Bürger freigegeben werden, sagte der Leiter der Frankfurter Gesundheitsamtes, René Gottschalk, am Dienstag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Ähnlich äußerte sich sein Kollege aus Wiesbaden, Holger Meireis. Er halte es für angebracht, jetzt jeden zu impfen, der dies wünsche. Beide Gesundheitsämter verzeichneten nach dem Tod einer Schweinegrippe-Patientin in Bonn zu Beginn dieser Woche eine höhere Impfnachfrage.

Für die höhere Nachfrage sollte auch genug Impfstoff vorhanden sein, sagt Impfstoff-Hersteller GlaxoSmithKline (GSK). GSK sieht sich trotz anders lautender Meldungen bei der Lieferung des H1N1-Impfstoffs Pandemrix® nicht im Rückstand. "Wir haben keine zeitlichen Verzögerungen und haben bisher die kommunizierten Liefermengen eingehalten", so eine GSK-Sprecherin. Im Juli sei man zunächst von einer höheren Menge ausgegangen. Dadurch sei es "eventuell zu Missverständnissen" gekommen. Der Grund für die reduzierte Menge im Vergleich zur ursprünglichen Planung liege darin, dass zu Beginn der Impfstoff-Herstellung "das Impfstoff-Saatvirus zur Produktion des H1N1-Antigens nicht die erwarteten Ausbeuten erzielte". Mittlerweile könne wöchentlich sogar mehr als geplant produziert werden. Dementsprechend sei weiter geplant, alle 50 Millionen Dosen bis Anfang 2010 auszuliefern. Dies sei in den Bundesländern auch bekannt.

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