Ärzte Zeitung online, 05.11.2009

26 Tote durch Schweinegrippe in Italien

ROM (dpa). Mit dem Tod eines 42-jährigen Mannes in Süditalien ist die Zahl der Schweinegrippetoten in Italien auf 26 gestiegen. Innerhalb von nur 24 Stunden starben acht Menschen an dem neuen Virus, berichteten italienische Medien am Donnerstag.

In den meisten Fällen handele es sich um Patienten, bei denen das pandemische Grippevirus vom Typ H1N1 auf bereits bestehende Krankheiten getroffen sei. Der italienische Vize-Gesundheitsminister Ferruccio Fazio betonte erneut, dass die Schweinegrippe mit 0,002 Prozent Todesfällen weit weniger tödlich sei als die saisonale Grippe mit einer Sterberate von 0,2 Prozent, aber ansteckender.

Unterdessen stiegen in zahlreichen Regionen Italiens die Krankenhausbesuche stark an. In den mittelitalienischen Regionen Latium und Kampanien registrierten Krankenhäuser in den vergangenen Tagen teilweise einen 100-prozentigen Anstieg der Notaufnahme-Patienten im Vergleich zum Vorjahresmonat, bei Kindern gar einen Anstieg von mehr als 300 Prozent. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gehört Italien im Moment zu den Ländern mit den meisten Ansteckungen in Europa. Etwa fünf Prozent der Schulkinder zwischen 5 und 14 Jahren seien infiziert. Der Höhepunkt der Schweinegrippewelle werde allerdings erst um Weihnachten herum erwartet, betonte Fazio.

Geimpft werden zunächst nur besonders gefährdete Gruppen wie Krankenhauspersonal, chronisch Kranke und schwangere Frauen. In vielen Regionen ist noch nicht ausreichend Impfstoff für alle vorhanden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf warnte, die neue Grippe nicht zu unterschätzen und die Impfmöglichkeiten zu nutzen.

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