Ärzte Zeitung online, 09.11.2009

Hersteller: Ende November mehr Schweinegrippe-Impfstoff

BERLIN (dpa). Nachdem der Impfstoff gegen die Schweinegrippe in Deutschland vielerorts knapp geworden ist, hat die Bundesregierung am Montag versucht, Sorgen darüber zu zerstreuen. "Es war klar, dass der Stoff nicht in einer 50-Millionen-Dosis plötzlich da ist", sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Montag in Berlin.

"Es war immer klar, dass es zu Wartezeiten kommen würde. Das ist ganz normal." In einigen Regionen - etwa Bayerns, Niedersachsens oder Sachsen-Anhalts - war der Impfstoff in den vergangenen Tagen bereits ausgegangen. Viele Menschen müssen wochenlang auf den gewünschten Impftermin warten. In einer Telefonkonferenz habe Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler mit seinen Länderkollegen am Montag die Lage beraten. Zudem lud er die Landesminister für diesen Mittwoch nach Berlin ein.

Der Impfstoff-Hersteller Glaxosmithkline (GSK) versprach unterdessen, eine Erhöhung der Produktion. "Derzeit liegen unsere lieferbaren Impfdosen unter der ursprünglich unter Vorbehalt kommunizierten Planungsmenge", teilte der Hersteller des Impfstoffs Pandemrix® am Montag mit. Grund dafür sei, dass sich das Saatvirus zu Beginn der Produktion schwierig vermehren ließ und die Produktion daher umgestellt worden sei.

Ab voraussichtlich Ende November werde die nun bessere Ausbeute auch zu höheren Liefermengen führen. Die Auslieferung der von Deutschland bestellten 50 Millionen Impfstoff-Dosen erfolge sukzessive auf wöchentlicher Basis bis ins erste Quartal 2010 hinein.

Zudem stellte GSK eine neue Studie mit 168 Probanden über 60 Jahren vor. Demnach können die Impfstoffe gegen Schweinegrippe und gegen die saisonale Grippe gleichzeitig in je einen Arm gegeben werden.

   Für die Auslieferung eines neuen Impfstoffs für Schwangere gebe es noch keinen Termin, sagte der Sprecher des Ministeriums. Mit einem Unternehmen werde nun intensiver über Verträge verhandelt.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt für Schwangere einen Impfstoff, der nur Virenteile und zudem keine Wirkstoffverstärker enthält. Ein derartiger Impfstoff ist in Deutschland bisher weder zugelassen noch erhältlich.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »