Ärzte Zeitung online, 11.11.2009

Rösler: Nicht jeder kann sofort gegen Schweinegrippe geimpft werden

BERLIN (hom). Bis Ende des Jahres sollen rund 20 Millionen Dosen des Impfstoffs Pandemrix® an Deutschland geliefert werden. Der Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) habe Bund und Ländern zugesagt, die entsprechende Menge an Dosen bereitzustellen, teilte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus den 16 Bundesländern am Mittwoch in Berlin mit.

Rösler: Nicht jeder kann sofort gegen Schweinegrippe geimpft werden

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler zusammen mit seinen Kolleginnen aus den Ländern: Heike Taubert (Thüringen), Mechthild Ross-Luttmann (Niedersachsen), und Malu Dreyer (Rheinland-Pfalz) (v.l.).

Foto: dpa - Bildfunk

Minister Rösler sprach von der "größten Impfaktion" in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Der Erreger der Schweinegrippe sei erst vor einem halben Jahr entdeckt worden. Dass jetzt schon dagegen geimpft werde, sei eine "Leistung", so Rösler.

Deutschland erhalte vom Unternehmen GSK bis Ende November rund 9,3 Millionen und bis Ende Dezember rund 20 Millionen Dosen des Impfstoffs Pandemrix®. "Diese Zahlen machen schon deutlich, dass nicht jeder geimpft werden kann", betonte Rösler. Er bat die Bevölkerung um Geduld. "Wichtig ist, dass jetzt nicht jeder sofort zu den Impfstellen läuft." Bis Ende März 2010 sollten dann insgesamt 50 Millionen Impf-Dosen an Deutschland ausgeliefert werden.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Taubert (SPD) sagte, im Dezember würden zusätzlich 150 000 nicht-adjuvantierte Impfdosen für Schwangere bereitgestellt. Tauber betonte, es bestehe derzeit kein Grund, "Hysterie aufkommen zu lassen". Es sei von Anfang an klar gewesen, dass nicht alle Bundesbürger sofort gegen die Schweinegrippe geimpft werden könnten. Es bleibe daher weiter bei der Reihenfolge, dass zunächst Sicherheits- und medizinisches Personal wie Feuerwehrleute und Ärzte sowie Pflegekräfte immunisiert würden. Anschließend folgten Menschen, die an chronischen Krankheiten leiden, erklärte Tauber.

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer erklärte: "Man muss nicht unbedingt morgen geimpft werden." Alle 16 Bundesländer hätten derzeit mit dem Problem zu kämpfen, dass nicht genügend Impfstoff-Dosen zur Verfügung ständen, räumte Dreyer ein.

Minister Rösler rief das medizinische Fachpersonal, insbesondere die Ärzte, auf, sich gegen Schweinegrippe impfen zu lassen. "Wir bitten darum, die Impfung auch zu nutzen." Die Ärzte sollten ihre Patienten über alle Fragen zur Schweinegrippe-Impfung aufklären und sich dabei der vom Robert Koch-Institut (RKI) und vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) herausgegebenen Informationen bedienen. Dadurch könne die allgemeine Verunsicherung in der Bevölkerung gemindert werden. "Hier sind wir auch auf die Mithilfe der Ärzte angewiesen", sagte Rösler.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Professor Jörg Hacker, sagte, allein in der vergangenen Woche habe das RKI rund 7000 Neuinfektionen gezählt, wobei davon auszugehen sei, dass nicht alle Infektionen auch gemeldet würden. Hacker sprach von einem "sehr dynamischen Geschehen".

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