Ärzte Zeitung online, 12.11.2009

Schweinegrippe-Impfung: Bei Kindern zunächst den Rat des Arztes suchen

HAMBURG (di). Kinder- und Jugendärzte in Hamburg empfehlen Eltern zu einer Beratung in der Praxis, bevor sie in die Impfstellen drängen. Ziel ist es, die vordringlichen Fälle gegen die neue Grippe zu impfen.

"Jeder, der eine Impfung wünscht, soll dazu die Möglichkeit bekommen", erklärte Dr. Hans-Ulrich Neumann. Der Vorstand des Landesverbandes Hamburg der Kinder- und Jugendärzte verwies wegen des hohen Andrangs in den offiziellen Impfstellen aber darauf, dass zunächst chronisch Kranke und ihre Kontaktpersonen geimpft werden sollten.

Die offiziellen Impfstellen - für Hamburger Kinder sind dies derzeit sechs - haben nach Ansicht Neumanns nicht die Kapazitäten, um jeden Impfwilligen individuell zu beraten. Er empfiehlt Eltern deshalb, sich zunächst vom Kinder- und Jugendarzt beraten zu lassen.

Zum Krankheitsverlauf der an der neuen Grippe erkrankten Kinder in Hamburg stellte der Landesverband fest: "Die Erkrankung verläuft bei gesunden Kindern ab dem Kindergartenalter bisher relativ mild, während Kinder mit Grunderkrankungen wie Asthma oder Herzfehler und junge Säuglinge manchmal wegen der neuen Grippe im Krankenhaus behandelt werden müssen."

Zugleich stellte der Verband klar, dass Abstriche bei Kindern, die keiner Risikogruppe angehören, nicht sinnvoll sind - bei ihnen könne die Diagnose auch nach klinischen Gesichtspunkten mit großer Sicherheit gestellt werden. "Die begrenzten Kapazitäten der Labore müssen für die Abstriche bei schwer kranken Patienten reserviert bleiben", hieß es.

Aus diesem Grund könne auch der von Kindertagesstätten und Schulen geäußerte Wunsch nach Bescheinigungen, dass Kinder frei von Schweinegrippe sind, nicht ausgestellt werden. "Das Ausstellen und damit verbundene Vorstellen beim Kinderarzt stellt ein überflüssiges Infektionsrisiko dar. Die Schließung von Klassen oder Kindergartengruppen hat keinen Einfluss auf die Ausbreitung der Erkrankung", stellte der Verband fest.

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