Ärzte Zeitung online, 13.11.2009

Schweinegrippe: Ärzte müssen nicht mehr jeden Verdachtsfall melden

Schweinegrippe: Ärzte müssen nicht mehr jeden Verdachtsfall melden

NEU-ISENBURG (bee). Ab Samstag müssen Ärzte nicht mehr jeden Verdachts- und Erkrankungsfall von Schweinegrippe dokumentieren. Todesfälle nach einer H1N1-Infektion bleiben meldepflichtig.

Damit hebt das Bundesgesundheitsministerium die bislang bestehende Meldepflicht bei Schweinegrippe auf. Die entsprechende Verordnung soll am Samstag im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Die Meldepflicht stoße aufgrund der epidemischen Lage bei H1N1 und Atemwegserkrankungen derzeit an ihre Grenzen, heißt es in der Begründung des Bundesgesundheitsministeriums, die der "Ärzte Zeitung" vorliegt.

Mit der Änderung der Verordnung sollen niedergelassene Ärzte und Verwaltungen entlastet werden. Ärzte und Krankenhäuer sind aber weiter dazu verpflichtet, Patienten zu melden, die an der Schweinegrippe gestorben sind. Damit sollen weiter Hinweise darauf gesammelt werden, ob bei bestimmten Bevölkerungsgruppen vermehrt schwere Krankheitsverläufe ausgelöst werden. Die Meldepflicht für Ärzte besteht seit Ende April, als die ersten Fälle von Schweinegrippe in Nordamerika auftraten.

Das Ministerium will den Überblick über die H1N1-Entwicklung in der Bevölkerung mit den Erhebungen des Robert Koch-Insituts (RKI) sicherstellen. Dazu gehört das vom RKI betriebenen Sentinel-System der Arbeitsgemeinschaft Influenza. Über die zirkulierenden Influenzavirustypen stehen die Daten aus der Meldepflicht der Labore zur Verfügung.

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