Ärzte Zeitung online, 19.11.2009

Angst vor Schweinegrippe-Impfung: Patientenaufklärung stellt Praxisabläufe auf die Probe

FRANKFURT AM MAIN (ine). Die Schweinegrippe stellt viele Hausärzte vor Organisationsprobleme.

"Das Impfen selbst ist nicht das Problem", sagt Dr. Gert Vetter, Facharzt für Allgemeinmedizin in Frankfurt bei einem Pressegespräch der Landesärztekammer. Zeitaufwendiger sei es, den Patienten die Ängste vor einer Impfung zu nehmen. "Kürzlich kam ein Patient mit Beinbeschwerden in die Praxis - als er schon wieder zur Tür hinaus wollte, fragte er mich nach den Vor- und Nachteilen der Impfung", erzählt Vetter. Es stellte sich heraus, dass der Mann Angst vor Nebenwirkungen hatte. Der Arzt beantwortete seine Fragen ausführlich - "solche Fälle bringen allerdings das Zeitkontingent der Praxis durcheinander", stellt Vetter fest. "Ich leiste eine Art Lebensberatung, die weit über das Impfen hinaus geht."

Zeitaufwendig sei auch die Organisation der Impfungen. Eine Helferin sei in seiner Praxis einen halben Tag lang nur damit beschäftigt, Impfdosen zu bestellen, Aufklärungsbögen zu verteilen und Impfwillige einzubestellen. Im Schnitt impft der Allgemeinmediziner 20 Menschen täglich gegen die Schweinegrippe. "Mehr ist in meiner Praxis nicht machbar."

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