Ärzte Zeitung online, 26.11.2009

Paul-Ehrlich-Institut: Nebenwirkungen von H1N1-Impfstoff auf üblichem Niveau

Paul-Ehrlich-Institut: Nebenwirkungen von H1N1-Impfstoff auf üblichem Niveau

LANGEN (nös). Schwere Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Schweinegrippe-Impfung treten offenbar nicht wesentlich häufiger auf, als bei anderen Grippevakzinen auch. Zu diesem Ergebnis kommt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in einer Auswertung der gemeldeten Verdachtsfälle.

Bislang, so das Institut, seien Verdachtsmeldungen von 451 Personen eingegangen. Insgesamt seien dabei 1699 unerwünschte Reaktionen gemeldet worden (eine Verdachtsmeldung kann mehrere Ereignisse umfassen). Etwa ein Drittel der Verdachtsmeldungen (149) seien als schwerwiegend bewertet worden.

Bis zum 19. November 2009 seien beim PEI insgesamt 10 Todesfälle registriert worden, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer Pandemrix®-Impfung aufgetreten sind. Zudem erfasste das Institut 32 Fälle von anaphylaktischen Reaktionen. Neurologische Reaktionen, wie etwa das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) oder Neuralgien, wurden in 33 Fällen berichtet. Außerdem wurden je sechs Meldungen von Paresen und Sensibilitätsstörungen bekannt.

Davon ausgegangen, dass derzeit bereits weit über zwei Millionen Impfdosen verabreicht wurden, treten schwerwiegende Nebenwirkungen sehr selten auf, so das PEI. Allerdings weist man dort auch auf die große Schwankungsbreite bei der Zahl der bereits verimpften Dosen hin. Bislang meldeten lediglich vier Bundesländer, wieviele Personen geimpft wurden. Deswegen könne man nur schätzen, dass 2,5 bis 4,8 Millionen Dosen Pandemrix® bis zum 20. November verimpft worden sind. Im gleichen Zeitraum seien aber bereits 8 bis 10 Millionen Dosen des Impfstoffs ausgeliefert worden.

Als häufig auftretende Impfreaktionen verzeichnet das Institut Kopfschmerzen, Fieber, Schmerz in einer Extremität und Schüttelfrost. Übelkeit, Ermüdung, Schwindelgefühl, Arthralgie, Erbrechen und Synkopen setzen die Liste fort. Die im Vergleich zu nicht-adjuvantierten Grippe-Impfstoffen prozentual häufigeren Meldungen an Lokal- und Allgemeinreaktionen sind nach den klinischen Studien zu erwarten gewesen.

Ausführliche Informationen zu den Verdachtsfällen gibt es auf der Website des Paul-Ehrlich-Instituts: http://bit.ly/7PIAUu

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