Ärzte Zeitung online, 27.11.2009

Schulfrei bremst Ausbreitung der Schweinegrippe

Schulfrei bremst Ausbreitung der Schweinegrippe

LONDON (dpa). Schulfrei kann einer europäischen Studie zufolge die Ausbreitung der Schweinegrippe bremsen. Würden Schulen während einer Pandemie geschlossen, könnte das die Ansteckung um 21 Prozent reduzieren, schreibt ein Forscherteam um Niel Hens von den Universitäten Hasselt und Antwerpen in Belgien im britischen Fachjournal "BMC Infectious Diseases".

Die Wissenschaftler verglichen in acht europäischen Ländern das Risiko einer Ansteckung mit einer Infektionskrankheit an Schultagen mit dem an Wochenenden und in den Ferien. Sie stützten sich dafür auf frühere Daten unter anderem aus Deutschland, Belgien, Polen, Italien sowie aus England und Wales (BMC Infectious Diseases, 9, 2009, 187).

Hens und Kollegen fanden heraus, dass Kinder rund zehn Prozent weniger Kontakte haben, wenn Schulen geschlossen sind. Am Wochenende mischen sich eher verschiedene Generationen, zum Beispiel bei Familientreffen. Kinder gelten als entscheidende Überträger von Infektionskrankheiten, da sie generell nähere und mehr Kontakte mit anderen Menschen haben als Erwachsene und auch nicht so sehr auf Hygiene achten. "Weniger Kontaktmöglichkeiten wären in einer Pandemie ein großer Vorteil", schreibt Hens.

Die Wissenschaftler betonen jedoch, dass Schulschließungen auch ökonomische Nachteile haben können, weshalb eine solche Entscheidung immer genau abgewogen werden müsse.

Zum Abstract der Originalpublikation "Estimating the impact of school closure on social mixing behaviour and the transmission of close contact infections in eight European countries"

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Schnelltests - meist ein Fall für die GOÄ

Schnell und medizinisch sinnvoll – aber von gesetzlichen Krankenkassen meist nicht bezahlt: Laborschnelltests liegen im Trend. Für Hausärzte sind sie oft auch eine Selbstzahler-Option. mehr »