Ärzte Zeitung, 04.12.2009

Schweinegrippe-Forum

Warum Krebszellen für Vakzinproduktion?

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Eine Apothekerin fragt: Stimmt es, dass Impfviren für den Schweinegrippe-Impfstoff auf abgetöteten Nierenkrebszellen vom Hund gezüchtet werden? Falls ja, warum Krebszellen? Offenbar haben Veröffentlichungen hierzu im "Naturarzt" und im "Spiegel" bei einigen Menschen Ängste geschürt, mit "Krebs" geimpft zu werden.

Dr. Jan Leidel: Für den in der Bundesrepublik überwiegend zum Einsatz kommenden Impfstoff Pandemrix® vom Unternehmen GlaxoSmithKline (GSK) wird wie bei den meisten Grippeimpfstoffe das Impfvirus in bebrüteten Hühnereiern vermehrt. Dies bedeutet, dass viele Millionen bebrütete Hühnereier benötigt werden. Außerdem kann dieser Impfstoff problematisch für Hühnereiweiß-Allergiker sein. Aus diesen Gründen suchen Forschung und Industrie seit einigen Jahren nach Alternativen.

Hierfür kommen nur Zellkulturen in Betracht. So werden der Impfstoff Celvapan® vom Unternehmen Baxter auf Affennierenzellen und der Impfstoff Celtura® vom Unternehmen Novartis auf Hundenierenzellen (MDCK-Zellen) vermehrt. Man kann für diesen Zweck nur Zellkulturen verwenden, die sich über einen langen Zeitraum bei Beibehaltung gleicher Eigenschaften vermehren können. Diese Anforderungen erfüllen nur sogenannte "Krebszellen".

Die für die Sicherheit von Impfstoffen verantwortlichen nationalen und internationalen Behörden haben einen außerordentlich hohen Sicherheitsstandard für solche Impfstoffe entwickelt. Die Zellen werden lysiert und entfernt und sind im Impfstoff auch mit feinsten Messmethoden nicht mehr nachweisbar. Zusätzlich wird alles etwa vorhandene genetische Material enzymatisch zerstört und entfernt. In den fertigen Impfstoffen ist auch mit empfindlichsten Methoden (PCR) kein genetisches Material vom Affen oder Hund mehr nachweisbar.

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