Ärzte Zeitung online, 18.12.2009

Schweinegrippe: Erstmals Tamiflu®-Resistenz in Deutschland nachgewiesen

MÜNSTER (dpa). Erstmals in Deutschland ist bei Schweinegrippe-Patienten eine Resistenz gegen das Grippemittel Tamiflu® nachgewiesen worden. Bei einem Mann und einem Kind, die mit dem H1N1-Virus infiziert seien, habe das Medikament keine Wirkung gezeigt, teilte das Universitätsklinikum Münster am Freitag mit.

Schweinegrippe:
Erstmals Tamiflu®-Resistenz in Deutschland nachgewiesen

Foto: GSK / fotolia.de

Beide - eine Zehnjährige und ein 31 Jahre alter Mann - seien mit Vorerkrankungen und einer "schwachen Abwehr" ins Universitätsklinikum Münster gekommen. Sie seien bereits bei der Aufnahme mit Schweinegrippe infiziert gewesen.

Fälle von Tamiflu®-Resistenz sind bereits in anderen Ländern wie Norwegen und Großbritannien nachgewiesen worden. Solche Unempfindlichkeiten gegen das Medikament sind auch von der saisonalen Grippe bekannt, es ist deshalb nicht überraschend, dass es auch bei der Schweinegrippe zu Resistenzbildungen kommt.

Auf die bisherigen therapeutischen Empfehlungen hätten die Fälle in Münster keine Auswirkungen, hieß es am Freitag beim Robert Koch-Institut. Man werde die Entwicklung beobachten.

Weil das Medikament bei den in Münster behandelten Patienten nicht angeschlagen hatte, wurden sie mit Relenza® behandelt. "Bei dem Kind haben wir das H1N1-Geschehen mittlerweile im Griff, der Mann wird beatmet", sagte Professor Georg Peters, Direktor des Instituts für klinische Mikrobiologie. Der Zustand des 31-Jährigen sei schlecht, aber stabil.

Peters geht davon aus, dass mit einer zu erwartenden weiteren Schweinegrippe-Welle auch die Zahl der Resistenzen steigt. "Wahrscheinlich gibt es bereits weitere Resistenzen in Deutschland, sie wurden nur noch nicht nachgewiesen. Die Geschichte ist noch nicht zu Ende."

Allerdings sei derzeit beim Gros der im Umlauf befindlichen Viren von einer Empfindlichkeit gegenüber Tamiflu® auszugehen. Das Mittel wirkt also in den meisten Fällen noch gegen den Erreger.

Angesichts der niedrigen Impfzahlen in Deutschland warnten die Experten davor, die Gefahren zu unterschätzen oder herunterzuspielen. Eine Impfung sei der beste Schutz, auch vor Resistenzbildungen, sagte der Ärztliche Direktor der Uniklinik, Professor Norbert Roeder. "Sonst sind die Waffen, die wir haben, irgendwann stumpf."

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Resistenzen bei Schweinegrippe bisher kein Problem
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[20.12.2009, 13:13:27]
Dr. Nabil Deeb 
Die Influenza könnte durch Mutationen und Genaustausch deutlich aggressiver wirken . !





Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Registered Doctors'Association
53140 Bonn / GERMANY



Das neue Virus ist ansteckender als die saisonalen Influenzaviren, und es könnte daher eine größere Zahl von Menschen als in einer saisonalen Welle betreffen. So könnten sich auch vergleichsweise geringe Anteile schwerer Erkrankungen zu einer großen Zahl schwerer Erkrankungen summieren.


Influenza-Viren besitzen acht Gene, von denen zwei die Oberflächenproteine Hämagglutinin ( H ) und Neuraminidase ( N ) kodieren . Das neue Virus ist ansteckender als die saisonalen Influenzaviren . !







Das neue Virus der Schweinegrippe neuen Typs, Influenza A/H1N1, ist ein Nachkommen des Pandemie-Virus von 1918.
Das zeigt ein Stammbaum des Pandemie-Erregers, den amerikanische Forscher neuerlich erstmals aufgestellt haben. Er zeigt deutlich, dass verschiedene Stämme des Virus parallel im Menschen, im Schwein und in Vögeln überdauerten und bis heute zirkulieren.
Die Influenza könnte durch Mutationen und Genaustausch deutlich aggressiver wirken als bisher noch. Ähnlich war es schon einmal vor rund 90 Jahren: Auch damals raste ein Influenza Virus Typ A/H1N1 in mehreren Wellen um die Welt und forderte Millionen von Todesopfern.

Die Kollegen im amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) haben erstmals den genauen Stammbaum des H1N1 Virus aufgestellt. Sie stellten dabei fest, dass das Virus von 1918 der „Gründervater“ einer ganzen Dynastie von Influenzaviren ist, die bis heute auf der Erde zirkulieren.
Die Influenza-Pandemie von 1918 / 19 war ein prägendes Ereignis in der Geschichte der öffentlichen Gesundheit . Das Erbe dieser Pandemie lebt auf vielen Wegen weiter, darunter auch durch die Tatsache, dass die Nachkommen des Virus von 1918 seit neun Jahrzehnten zirkulieren.
Gene: Rekombination und Austausch als Erfolgsrezept :-

Influenza-Viren besitzen acht Gene, von denen zwei die Oberflächenproteine Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N) kodieren. Diese sorgen dafür, dass das Virus in die Wirtszelle eindringen kann und sich dann später von Zelle zu Zelle ausbreiten. „Die acht Influenza-Gene sind wie die Spieler in einem Team“, so David M. Morens vom NIAID. Und dieses Team verändert sich und seine Leistungen kontinuierlich. „Bestimmte Spielerkombinationen entstehen dabei durch Zufall und verleihen dem Virus neue Fähigkeiten, wie beispielsweise die Fähigkeit, einen neuen Wirt zu infizieren.

1918 sorgte eine solche Genveränderung im Gründervirus dafür, dass dieses nicht mehr wie bisher nur für Vögel infektiös war, sondern auch auf Menschen überspringen und sich in dieser neuen Wirtspopulation verbreiten konnte.
Pandemie-Ära läuft seit 1918 :-
Alle heute an den Menschen angepassten Influenza A Viren – sowohl die saisonalen Varianten als auch diejenigen, die dramatischere Pandemien auslösten – sind Nachkommen, direkt oder indirekt, dieses Gründervirus, so das Labor für infektiöse Krankheiten des NIAID. Daher könnte man sagen, dass wir in einer Pandemie-Ära leben, die bereits 1918 begann.

Doch der Virus von 1918 schaffte es nicht nur, auf den Menschen überzuspringen und innerhalb von knapp zwei Jahren Millionen von Menschen zu töten – während der Pandemie wurde H1N1 auch auf Schweine übertragen. In diesen überlebte und entwickelte sich das Virus ebenso wie seine Verwandten im Menschen bis zum heutigen Tag.

Sank die Aggressivität im Laufe der Zeit ? :-
Seit 1918 hat dieses zähe Virus einen ganzen Sack von evolutionären Tricks eingesetzt, um in der einen oder anderen Form zu überleben . Unter anderem setzen sie eine Brut von neuen Nachkommen-Viren mit neuen Genkombinationen in die Welt, indem sie periodisch virale Gene austauschten.

Alles deutet darauf hin, dass die sukzessiven Pandemien und Ausbrüche im Laufe der Jahrzehnte immer schwächer geworden sind. Teilweise liege das an medizinischen Fortschritten, aber es könnte auch Ausdruck eines evolutionären Mechanismus sein. Dabei hat der Erreger zugunsten einer besseren Übertragung seine Pathogenität reduziert.
Die Impfung :-
Die Impfung könne in den meisten Fällen zusammen mit der saisonalen Grippeimpfung geschehen, und es gebe keinen Grund, Schwangere nicht zu impfen , aber unter bestimmten Voraussetzungen .
In vielen Ländern nimmt die Zahl der Schweinegrippen-Kranken dramatisch zu und auch in Europa wie in Ukraine , Irland, Belgien und Holland bereitet sich das neue Virus stark aus.
In siebzehn von 27 europäischen Staaten nimmt die Virusaktivität zu.( Nach Angaben der Europäischen Seuchenkontrollbehörde in Stockholm ) .

Reicht nicht eine Impfung statt zwei Teilimpfungen aus, wie auch die WHO behauptet ? :-
Die EU-Zulassungsbehörde sieht derzeit noch zwei Teilimpfungen im Abstand von drei Wochen vor. Es gibt Hinweise, dass eine Dosis eventuell bei einem gesunden Erwachsenen reicht, aber nicht bei Risikogruppen und Kindern.

Literatur beim Verfasser


Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Ihr
Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Ärzteverein e.V.
Department of Medical Research
Département de la recherche médicale
P.O. Box 20 10 53
53140 Bonn – Bad Godesberg
/ GERMANY
&
Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Ärzteverein e.V.
Department of Medical Research
Département de la recherche médicale
P.O. Box 10 01 35
53439 Bad Neuenahr
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