Ärzte Zeitung online, 03.01.2010

Schweinegrippe: Frankreich will seinen Impfstoff ins Ausland verkaufen

PARIS (dpa). Auch Frankreich will einen Teil seiner riesigen Vorräte an Schweinegrippe-Impfstoff so schnell wie möglich loswerden. Französische Diplomaten seien angewiesen, einen Impfstoffmangel im Ausland zügig nach Paris zu melden, berichtete die französische Tageszeitung "Le Parisien".

Schweinegrippe: Frankreich will seinen Impfstoff ins Ausland verkaufen

Foto: © Outstyle / fotolia.com

Das Gesundheitsministerium versuche dann, in Frankreich überflüssigen Impfstoff dorthin zu verkaufen. Die Behörde bestätigte am Sonntag, dass Ägypten und Katar bereits 2,5 Millionen Dosen bestellt hätten. Mit Ländern wie Mexiko und der Ukraine gebe es Verhandlungen.

Die Regierung in Paris hatte noch im Sommer damit gerechnet, dass pro Person zwei Einheiten Impfstoff benötigt werden und 94 Millionen Dosen bestellt. Im Herbst stellte sich jedoch heraus, dass eine Dosis ausreicht.

In Deutschland gibt es ähnliche Probleme. Die Bundesländer wollen in Verhandlungen mit dem Hersteller erreichen, dass sie nur noch die Hälfte der ursprünglich bestellten 50 Millionen Dosen des Schweinegrippe-Impfstoffs Pandemrix® abnehmen müssen.

Frankreich hatte laut Ministeriumsangaben vom Sonntag für 869 Millionen Euro Impfstoff bei vier verschiedenen Herstellern gekauft. Bislang sind etwa fünf Millionen Franzosen geimpft. Die Zahl der Schweinegrippe-Todesopfer im Land wurde zuletzt mit 176 angegeben.

Lesen Sie dazu auch:
Vorgehen der einzelnen Bundesländer in Sachen Schweinegrippe-Impfdosen
GSK: Produktion von Schweinegrippe-Impfstoff geht planmäßig weiter

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »