Ärzte Zeitung online, 07.01.2010
Überzähliger Schweinegrippe-Impfstoff: Hersteller signalisiert Kulanz
BERLIN (hom). Der Pharmahersteller GlaxoSmithKline (GSK)
ist offenbar bereit, einen größeren Teil der
überschüssigen Lieferungen des Schweinegrippe-Impfstoffes
Pandemrix® zu stornieren.

GSK wird vermutlich nicht auf Abnahme aller bestellter Schweinegrippe-Impfstoffdosen bestehen.
Foto: © GSK / fotolia.com
Bund und Länder hätten von GSK "Signale der Kulanz"
erhalten, teilte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz von
Bund und Ländern, Niedersachsens Gesundheitsministerin Mechthild
Ross-Luttmann, nach einem ersten Arbeitstreffen von
Staatssekretären und Abteilungsleitern des Bundes und der
Länder mit Vertretern von GSK am Donnerstagnachmittag in Berlin
mit.
"Jeder ist sich der gemeinsamen Verantwortung bewusst", betonte
Ross-Luttmann. Die Verhandlungen seien hart, aber fair verlaufen. Das
endgültige Verhandlungsergebnis stehe unter dem "Vorbehalt einer
Endabstimmung der Vertragspartner". Diese wird bis Mitte nächster
Woche erwartet.
Die Länder hatten ursprünglich 50 Millionen Dosen
Pandemrix® für rund 416 Millionen Euro bestellt. Sie wollen
jetzt aber nur noch die Hälfte davon abnehmen.
Hintergrund ist, dass sich weit weniger Menschen als
ursprünglich angenommen gegen die Schweinegrippe immunisieren
lassen wollen. Zudem reicht eine einfache Impfung aus, um den
nötigen Schutz zu erreichen.
Bei der Bestellung des Impfstoffes im Sommer vergangenen Jahres war man davon ausgegangen, dass zweimal geimpft werden muss.
Ross-Luttmann sagte, die Impfung sei nach wie vor "der einzig
wirksame Schutz der Menschen vor den Gefahren der Neuen Influenza".
Alle Bundesbürger, besonders aber chronisch Kranke sowie Menschen,
die im Falle einer Erkrankung auch andere Personen gefährden wie
etwa Ärzte oder Pflegekräfte, seien weiterhin zur Impfung
aufgerufen.
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