Ärzte Zeitung, 12.01.2010

Impfen statt jammern

Impfen statt jammern

Von Thomas Müller

Nun ist also plötzlich wieder einmal zu viel Schweinegrippe-Impfstoff da, und niemand weiß so recht, was damit tun. An andere Länder verschenken oder verkaufen? Vielleicht sollte man erst einmal daran denken, dass die Grippe-Saison noch lange nicht vorbei ist und vermutlich erst weit weniger als zehn Prozent der Menschen gegen die neue Grippe geimpft sind - vom Ziel, 30 Prozent zu impfen, sind wir noch weit entfernt.

Dass das Interesse der Bevölkerung an der Impfung nach einigem Hin und Her nun wieder gegen den Nullpunkt tendiert, liegt nicht nur an dem für eine Pandemie milden Verlauf, sondern auch daran, dass sich Skepsis und Halbwissen zur Krankheit und Impfung ebenso schnell und unkontrolliert ausgebreitet haben wie der Erreger. Da wird weiter von Ärzten dazu geraten, erst einmal gegen die saisonale Grippe zu impfen, von der weit und breit nichts zu sehen ist, da hält sich hartnäckig das Gerücht, die neue Grippe ist ja viel harmloser als die alte, obwohl die meisten Toten in den besten Lebensjahren sind.

Wenn sich die Bundesländer jetzt bemühen, weniger Impfstoff zu bekommen als zunächst bestellt wurde, ist das sicher richtig. Noch besser wäre es aber, die Bevölkerung vom Nutzen der Impfung zu überzeugen.

Lesen Sie dazu auch:
Impfung gegen H1N1 ist weiter sinnvoll

[17.01.2010, 12:13:09]
Dr. Reiner Blessing 
ohne Ärzte funktioniert es halt nicht !
Ulla Schmidt und ihre Länder- Kollegen wollten es der Welt mal zeigen: unsere Grippe-Planung braucht die Ärzte nicht , das machen wir alleine, notfalls mit dem öffentl.Dienst (Gesundheitsamt). Allenfalls als Almosen-Büttel d.h. zu 5 (fünf !) Euronen für die Impfung kann der Arzt mitmachen. Nun ist das ganze Konzept gescheitert. Wen wunderts ? Vielleicht sollten die nächste Pandemie Fachleute (d.h. Ärzte) bekämpfen , statt Dienstwagen- Klamauken ?  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromiss im Tauschhandel?

18:31 Kaum verkündet, war der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Doch jetzt soll der Koalitionsausschuss eine Einigung bringen. Offenbar bahnt sich ein Handel zwischen CDU und SPD an. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »