Ärzte Zeitung online, 27.01.2010
WHO:
kein Druck der Pharmaindustrie wegen H1N1
STRAßBURG (dpa). Die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist den Vorwurf zurück,
die Gefahr der Schweinegrippe zugunsten der Pharmaindustrie hochgespielt
zu haben.
"Die WHO nimmt ihre Rolle zur Verbesserung der Gesundheit sehr
ernst. Die Antwort auf die Schweinegrippe ist nur ein Beispiel. Die WHO
wurde nicht von der Pharmaindustrie unter Druck gesetzt", sagte der
stellvertretende Generaldirektor der UN-Sonderorganisation, Keiji
Fukada, am Dienstag in einer Anhörung im Europarat in
Straßburg.
Eine Kommission aus Experten aus den gefährdetsten
Ländern sei sich darüber einig gewesen, dass alle
Kriterien gegeben waren, um die Schweinegrippe zur Pandemie zu
erklären, fügte der WHO-Grippeexperte hinzu. Die
Anhörung kam aufgrund der Initiative des deutschen
Sozialdemokraten Wolfgang Wodarg zustande. Der Arzt wirft der
WHO vor, sie hätte ihre Unabhängigkeit im Umgang mit
den Pharmakonzernen nicht bewahrt.
Neben den Vertretern der WHO wurden auch Mitarbeiter aus der
Pharmaindustrie gehört. Die Laboratorien hätten
schnell und wirkungsvoll reagiert und den Impfstoff auf Anfrage der
Regierungen ausgeliefert, erklärte Luc Hessel von der
europäischen Vereinigung der Impfstoffhersteller. Der Franzose
wehrte sich auch gegen die Kritik des deutschen Abgeordneten Wodarg,
die Konzerne hätten die Nebeneffekte des Impfstoffes kaum
gekannt. "Wir haben mit Hilfe neuester Techniken strenge Tests
ausgeführt", sagte Hessel.
Bereits vor wenigen Wochen hatte Wodarg eine Petition gegen
die H1N1-Impfung gestartet. Millionen gesunde Menschen würden
der überflüssigen Gefahr von Nebenwirkungen nicht
ausreichend getesteter Impfstoffe ausgesetzt, erklärte der
SPD-Politiker.
Lesen Sie dazu auch:
Schweinegrippe-Impfung:
Wirkverstärker werden grundlos verurteilt
Woran
das Stoffwechselprodukt Squalen so alles Schuld sein soll
Weitere
aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe
(Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Weitere Beiträge
Weitere Top-Meldungen
[17.03.2010]
Weitere "Aufwüchse" bei den Gesundheitskosten müssten von Arbeitskosten entkoppelt werden, so die Kanzlerin. Heißt im Klartext kleine Prämie. Die CSU bleibt skeptisch.
mehr »
[17.03.2010]
Mit einem Rundumschlag gegen den Koalitionspartner in Berlin und gegen eigene Parteifreunde hat FDP-Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Kubicki für Wirbel gesorgt.
mehr »
[17.03.2010]
Bei vier von fünf Menschen mit Ganzkörperschmerzen ist davon auszugehen, dass sie in ihrer Kindheit missbraucht wurden und überfordert waren. Darauf hat Dr. Gerhard Müller-Schwefe zum Auftakt des Deutschen Schmerz- und Palliativtags in Frankfurt hingeweisen.
mehr »