Ärzte Zeitung, 08.03.2010

Nachgefragt

"Für die Zukunft brauchen wir spezielle Impfärzte"

"Für die Zukunft brauchen wir spezielle Impfärzte"

© GSK, fotolia.com

Die Schweinegrippe?! Die habe ich tatsächlich als sehr anstrengend empfunden. Vor allem die von den Medien hochgeputschte Situation hat uns in der Praxis enormen Aufwand bereitet. Wirklich schlimm waren die vielen unterschiedlichen Meinungen, die da kundgetan wurden - das hat uns unwahrscheinlich viel Arbeit in den Sprechstunden und der Praxis gemacht. Die teilweise sehr verzerrten Darstellungen der Epidemiesituation in der Presse haben einen großen Teil unserer Patienten ziemlich verunsichert. Wenn ich das alles zusammenfasse, war der Aufwand am Ende kaum noch vertretbar.

Zukünftig ist eine klarere und ehrlichere Darstellung der Situation unerlässlich. Das betrifft vor allem den Kollegenkreis. Es kann doch nicht sein, dass der Eine A sagt und der Andere B, und dass das dann auch noch überall verbreitet wird.

Vielleicht sollten wir überlegen, künftig von Anfang an Ärzte auszuwählen, die bei Epidemien impfen sollen. Ich glaube, dass es im Interesse aller Beteiligten sinnvoller wäre, dann konkrete Impfärzte zu benennen.

Dr. Angelika Fischer, Allgemeinärztin aus Schwerin

Lesen Sie dazu auch:
Ernst oder harmlos? Daten zu Schweinegrippe lassen beide Schlüsse zu
Der Grippeimpfstoff wird zur Belastung der klammen Länderhaushalte
Adjuvantien sichern einen breiteren Impfschutz
Influenzasaison 2010/11 - wie sieht der Impfstoff aus?
Gesucht: geimpfte Schwangere
Normalzulassung für H1N1-Impfstoff

Nachgefragt:
"In unserem Kühlschrank liegen noch 400 Dosen "
"Als Ärztin nehme ich diese Belastung gerne auf mich"
"Die Kommunikation seitens der Politik war katastrophal"

Lesen Sie dazu auch den Standpunkt:
Ist Schweinegrippe-Impfung verbranntes Geld?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »