Ärzte Zeitung online, 10.08.2010
Schweinegrippe in Deutschland - ein Überblick
BERLIN (dpa). In Deutschland gab es vom Herbst 2009 bis August 2010 über 226 000 gemeldete Schweinegrippe-Fälle. 258 der Patienten starben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI). Die meisten Fälle gab es im Herbst und Winter 2009. Die wahre Zahl der Infektionen schätzen Experten um ein Vielfaches höher.

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Die Impfquote in Deutschland lag bei nur etwa 8 Prozent. In Berlin ließen sich zum Beispiel nur 4,4 Prozent impfen. In Sachsen-Anhalt mit vergleichsweise hoher Impfbereitschaft waren es 11,1 Prozent. Es liegen noch nicht alle Impfdaten aus Deutschland vor.
Die neue saisonale Grippeimpfung im Herbst umfasst auch eine Komponente gegen die Schweinegrippe. Eine Extra-Impfung gegen Schweinegrippe ist deshalb nicht mehr nötig. Auch wer sich gegen Schweinegrippe impfen ließ, sollte sich laut RKI die neue Schutzimpfung geben lassen. Denn in diesem Winter werden wahrscheinlich mehrere Grippeviren zirkulieren.
Die Bundesländer hatten zusammen 34 Millionen Dosen Impfstoff für 283 Millionen Euro bestellt. Noch sei nicht klar, wie viel Impfstoff verbraucht worden sei, sagte Thomas Spieker vom Gesundheitsministerium Niedersachsen zur dpa. Der Bund solle die Kosten für den nicht genutzten Impfstoff übernehmen, forderte er. Niedersachsen hat derzeit den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz (GMK). Gespräche zwischen dem Bundesgesundheitsministerium und dem GMK-Vorsitzland Niedersachsen seien für diesen Donnerstag anvisiert.
Spieker verteidigte zugleich den Impfstoffkauf als zentrales Element im Kampf gegen die Pandemie. "Niemand würde Investitionen in den Brandschutz als Defizit verbuchen, nur weil es noch nicht gebrannt hat. Die Quote - für 30 Prozent der Bevölkerung Impfstoff zu bestellen - war verantwortungsvoll und angemessen."
RKI-Bulletin zur H1N1-Pandemie (PDF)

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