Ärzte Zeitung, 19.09.2010

Kommentar

Ein Erfassungs-Bias ist immer möglich

Von Michael Hubert

Die breite Anwendung einer Arznei kann auch seltene Nebenwirkungen aufdecken. Wichtig ist ein gutes Erfassungswesen. Schweden hat beides: Ein Meldewesen und eine breite Anwendung einer Arznei: zwei Drittel der Bevölkerung wurden gegen H1N1 geimpft.

Gemeldet wurden 20 Narkolepsiefälle bei unter 18-jährigen Geimpften. Die zuständige Behörde geht der Sache nach. Das ist korrekt. Erinnert werden muss daran, dass ein vorbeugender medizinischer Eingriff immer eine erhöhte Aufmerksamkeit für unerwünschte Ereignisse erzeugt - erst recht in der Sondersituation von Pandemie und Massenimpfungen.

Und bei Impfungen war und ist diese Aufmerksamkeit eh besonders hoch. Das liegt zum Teil mit daran, dass hier Studien aufgelegt werden, etwa zur H1N1-Impfung und GBS. Interessant wäre es, wieviele GBS-Fälle nach Pneumonien oder anderen Infektionskrankheiten auftreten. Denn das aktivierte Immunsystem ist ein möglicher Trigger für Erkrankungen mit Autoimmunhintergrund. Bei Infektionen wird jedoch nicht nach GBS oder Narkolepsie geschaut. Gerade bei geringen Fallzahlen muss daher immer auch an einen Erfassungs-Bias gedacht werden.

Lesen Sie dazu auch:
Narkolepsie durch Schweinegrippe-Impfung? Eher Entwarnung

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Obamacare bleibt!

Blamage für US-Präsident Donald Trump: In letzter Minute zogen die Republikaner die Abstimmung über die geplante Gesundheitsreform zurück. Gerade auch, weil die Zustimmung aus den eigenen Reihen fehlte. mehr »