Ärzte Zeitung online, 21.09.2010

Betrug mit Schweinegrippe-Impfstoff in der Ukraine

KIEW (dpa). Beim Kauf von Impfstoff gegen die Schweinegrippe sollen in der Ukraine etwa 50 Millionen US-Dollar (rund 38,2 Mio. Euro) unterschlagen worden sein. Ministerpräsident Nikolai Asarow beschuldigte die Vorgängerregierung sowie ein ausländisches Unternehmen, die Staatsmittel im vergangenen Jahr veruntreut zu haben.

Die Regierung habe Klage eingereicht, sagte ein Sprecher am Montag nach Angaben der Agentur Interfax in Kiew. Asarow hatte nach seinem Amtsantritt im März US-Wirtschaftsprüfer beauftragt, die Geschäfte der alten Regierung zu durchleuchten. Seine Vorgängerin, die Oppositionsführerin Julia Timoschenko, wies die Vorwürfe zurück.

Timoschenkos Partei BJuT warf Asarow vor, kurz vor Kommunalwahlen in der früheren Sowjetrepublik mit konstruierten Anschuldigungen Stimmung gegen die Opposition zu machen. Damit wolle die Regierung von eigenen Versäumnissen ablenken. Die Schweinegrippe hatte die Ukraine 2009 schwer getroffen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO betrug die Zahl der mit dem H1N1-Virus infizierten Ukrainer zeitweise fast 800 000.

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