Ärzte Zeitung online, 04.01.2011

Niedersachsens Landesgesundheitsamt drängt zur Schweinegrippe-Impfung

HANNOVER (cben). In Niedersachsen sind zwei Menschen an der Schweinegrippe gestorben. "Diese tragischen Fälle zeigen, dass die Influenza keine harmlose Erkrankung ist, sondern auch einen schweren Verlauf nehmen kann", betont Niedersachsens Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU).

Niedersachsens Landesgesundheitsamt drängt zur Schweinegrippe-Impfung

Experten empfehlen, sich auch jetzt noch mit dem aktuellen Kombi-Impfstoff gegen Infuenza und H1N1 impfen zu lassen.

© Sascha Bergmann / fotolia.com

In Göttingen sind ein dreijähriges Mädchen und ein 51-jähriger Mann mit Vorerkrankungen an der Influenza-Erkrankung gestorben. Bei beiden wurde das Influenza-Virus A/H1N1 2009 nachgewiesen, gab das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NGLA) bekannt. Auch Geschwister des Mädchens waren am den Virus erkrankt hieß es in Hannover. Die Kinder seien aber nicht in Lebensgefahr. Ministerin Özkan erklärte, die beiden schweren Verläufe der Erkrankung seine Einzelfälle.

Seit Ende Dezember 2010 steige die Anzahl der Nachweise von Influenzaviren in Niedersachsen deutlich an, hieß es. Am NLGA werden aktuell in 29 Prozent der eingesandten Rachenabstriche aus ausgewählten Arztpraxen Influenzaviren gefunden (Positivrate). "Eine Positivrate von 20 Prozent und mehr markiert gewöhnlich den Beginn einer allgemeinen Ausbreitung der Influenza in der Bevölkerung", so Dr. Matthias Pulz, Präsident des NLGA.

In der Mehrzahl der Untersuchungen wird das Influenzavirus A/H1N1 nachgewiesen, das 2009 die "Schweinegrippe"-Pandemie ausgelöst hatte. Mit dem Höhepunkt der Grippewelle sei nach jetzigem Stand Ende Januar oder im Februar zu rechnen. 2009 sind bundesweit 250 Todesfälle wegen Schweinegrippe registriert worden. Die

Die meisten der Opfer hatten eine Grunderkrankung beziehungsweise andere Risikofaktoren. "Um für die kommende Grippewelle ausreichend geschützt zu sein, sollte man sich aber möglichst noch in den nächsten Tagen impfen lassen, da die volle Schutzwirkung erst cirka. 14 Tage nach der Impfung einsetzt", empfahl Pulz. Besonders medizinisches Personal solle sich impfen lassen, hieß es.

Weil im vergangenen Jahr zu viel Impfstoff eingekauft wurde, verfügt Niedersachen noch über 2,6 Millionen Dosen Impfstoff im Wert von 20 Millionen Euro, die Ende 2011 unbrauchbar werden. Dieser Impfstoff werde in diesem Jahr nicht eingesetzt, sondern der von der WHO empfohlene Influenzaimpfstoff, hieß es. Er beinhaltet drei Viruskomponenten, die in den letzen Jahren hauptsächlich nachgewiesen wurden: Influenza A/H1N1 2009 (Schweinegrippevirus), Influenza A/H3N2 und Influenza B.

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