Ärzte Zeitung online, 28.01.2011

Schweinegrippe forderte 2900 Menschenleben

BRÜSSEL (cw). Die Schweinegrippe (H1N1) hat in der Saison 2009/2010 europaweit rund 2900 Tote gefordert. Das teilt der Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments mit.

Schweinegrippe forderte 2900 Menschenleben

© [M] Virus: GSK | Schwein:

© Eric Isselée / fotolia.com

In einer mit großer Mehrheit verabschiedeten Resolution kritisiert der Parlamentsausschuss die "unangemessene" Reaktion der EU-Mitgliedsländer auf den Ausbruch der Schweinegrippe vor zwei Jahren. "H1N1 hat in Europa bis April 2010 2900 Sterbefälle verursacht", heißt es. Dem stünden 40.000 Tote im Verlauf einer moderaten Grippe-Saison gegenüber.

Nicht zuletzt der Einfluss der europäischen Pharmahersteller habe zu teilweise übertriebenen Aktionen beigetragen, moniert die französische Abgeordnete der Grünen, Michèle Rivasi, die die Resolution verfasst hatte.

Impf-Programme der Mitgliedsstaaten hätten Milliarden Euro gekostet. Beispielsweise habe Großbritannien dafür rund 1,3 Milliarden Euro ausgegeben, Frankreich 990 Millionen Euro. Eine durchschnittliche Grippe-Saison koste dagegen nur 87 Millionen Euro.

Neben einer Überprüfung nationaler Impfstrategien regt der Gesundheitsausschuss auch eine bessere Kooperation der Mitgliedsländer für künftige Pandemie-Szenarien an, etwa den gemeinschaftlichen Einkauf von Impfstoffen. Um Interessenkonflikte besser zu vermeiden, sollten sich europäische Gesundheitseinrichtungen mehr Unterstützung von ausgewiesenen Experten holen.

An die Weltgesundheitsorganisation adressieren die EU-Abgeordneten die Forderung, "ihre Definition einer Pandemie" zu hinterfragen und am Schweregrad einer Krankheit auszurichten als an der Verbreitung eines Virus‘.

[02.02.2011, 14:50:00]
Dr. Horst Grünwoldt 
"Schweinegrippe"
Dr. Schätzlers Kritik gegenüber den "Pandemiologen" ist ganz und gar berechtigt und notwendig. Die WHO-, RKI- und FLI- "Seuchen"- Experten übernehmen sich ständig in ihren fragwürdigen Prognosen und globalen Verunsicherungen. Und dabei handelt es sich um vermeintlich unabhängige ,-auch von der Pharmaindustrie-, staatliche Institutionen! Ich frage mich, wie kann man auf dem Riems (Friedrich-Löffler-Institut für Tiergesundheit) für ein paar virendichte Laborräume und Tierställe im Jahre 2010, 300 Millionen Euro Steuergelder verbauen, wenn gleichzeitig der gesamte Hochschulausbau in Greifswald, Rostock und Wismar nur 250 Millionen zur Verfügung hat! Wo sind da die Proportionen? Oder überzeugt die fiktive Gefahr vor dem "unsichtbaren Feind" Virus (einem unbelebten RNS/o.DNS- Nanopartikel, das weder "überspringen", noch "ausbrechen", noch "zirkulieren" kann, sondern lediglich verschmiert wird) derart, daß den politischen Entscheidern und dem Finanzminister immer wieder die Knie weich werden? Dabei spielen doch Infektionskrankheiten, -auch statistisch-, seit KOCH´schen und VON OSTERTAG´schen Zeiten unter allen Krankheitsursachen und -folgen in unserer zivilisierten und hygienisch aufgeklärten Welt noch die geringste Rolle. Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (FTA für Hygiene und Mikrobiologie i.R.) aus Rostock zum Beitrag »
[31.01.2011, 10:12:41]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
EU contra WHO bei der H1N1-Influenza - Korrekturversion
Von einer echten "Pandemie" kann bei der derzeitigen H1N1-Epidemie (Epidemie: "Gehäuftes, örtlich und zeitlich begrenztes Vorkommen"), die inkorrekter weise "Schweinegrippe" genannt wird, nicht die Rede sein. Die WHO hat als Kotau vor der Impf- und "Gesundheits"-Industrie eine vorschnelle Um- und Neudefinition der Pandemie-Begrifflichkeit vorgenommen. Die EU-Abgeordneten und ihr Parlamentsausschuss haben jetzt der WHO eine mehr als deutliche Absage erteilt.

Denn mit der weltweit gültigen Aussage, dass während dieser "Pandemie" sich nur ein k l e i n e r T e i l der Bevölkerung angesteckt habe, wird schon jedem Medizinstudenten klar, dass hier zweifelsfrei eine E p i d e m i e vorliegt.

Die deutsche Impfstrategie ist verwirrend: Einerseits sollen die (klassischen) Risikogruppen geimpft werden, andererseits bestehen schwere Verlaufsformen bei immunologischer Naivität von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unter 50 Jahren. Morbiditäts- und Mortalitätsentwicklungen sind ebenso irritierend wie eine mangelhafte Impfstrategie. Es ist logisch, dass bei etwa gleich schwerem Krankheitsverlauf multimorbide, ältere, vorgeschädigte Patientinnen und Patienten häufiger durch jede Infektion mit Influenza-Subgruppen zu Tode kommen könne als jüngere Patienten, auch wenn die Dramatik bei den ganz jungen Menschen uns Ärzte besonders mitnimmt.

Dabei wäre es, unabhängig von der WHO-Konfusion, an der Zeit, dass die Methoden der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI), wie die "gefühlte" Rate der Häufigkeit akuter respiratorischer Erkrankung (ARI) und der davon gemessene Anteil von vermuteten oder validierten Influenzainfektionen auf Sensitivität und Spezifität hin evaluiert und ggf. korrigiert werden müssen? Auch die gerne angeführte saisonale "Übersterblichkeit" ist in den Wintermonaten ein mögliches Indiz, aber weder Beweis noch Evidenz für eine alleinige Influenzaverursachung!

Mit freundlichen und kollegialen Grüßen, Dr. med. T. Schätzler, FAfAM
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »