Ärzte Zeitung online, 21.12.2012

Palästina

Schweinegrippe fordert drei Tote

In Palästina macht sich die Schweinegrippe bemerkbar: Drei Menschen sind gestorben, Hunderte sollen infiziert sein. Für den Gesundheitsminister ist das jedoch nichts Außergewöhnliches.

Schweinegrippe fordert drei Tote

Auf dem Weg nach Jerusalem: Im Westjordanland sind zahlreiche Menschen an der Schweinegrippe erkrankt.

© CHROMORANGE / imago

BETLEHEM. Im Westjordanland sind drei Menschen an den Folgen der Schweinegrippe gestorben. 45 weitere Menschen seien an einer Infektion mit dem pandemischen H1N1-Virus erkrankt, berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur Ma‘an unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Nablus.

Die Betroffenen würden in Krankenhäusern behandelt. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO wurde informiert. In Israel wurden Medienberichten zufolge bislang keine H1N1-Infektionen bekannt.

Nach Angaben des palästinensischen Ministeriums sollen einige Hundert weitere Menschen vor allem im Westjordanland infiziert sein, allerdings ohne laborbestätigte Diagnosen. Auch in der Stadt Gaza im Gazastreifen soll es H1N1-Fälle geben.

Zuletzt war am Donnerstag eine 15-jährige Schwangere an den Folgen der Schweinegrippe gestorben. Zwei weitere bereits abwehrgeschwächte Patienten sind seit Sonntag gestorben.

Befürchtungen einer aufflammenden Epidemie wies der palästinensische Gesundheitsminister Hani Abdin zurück. "Wie haben jedes Jahr Fälle von Schweinegrippe", sagte Abdin am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in Ramallah.

Tatsächlich erkranken seit dem ersten Auftreten des Virus‘ Anfang 2009 in Mexiko immer wieder Menschen an einer Infektion mit dem Stamm A(H1N1)pdm09.

In ihrem jüngsten Wochenbericht vom 7. Dezember berichtet die WHO von zahlreichen H1N1-Infektionen weltweit. Vor allem die tropischen und subtropischen Regionen in Afrika und Asien verzeichnen einen hohen H1N1-Anteil an den Influenzafällen.

Im tropischen Westafrika etwa sind drei von vier Influenzaerkrankungen H1N1-Infektionen. In Nordamerika und Europa hingegen tendiert der Anteil im einstelligen Prozentbereich.

Laut der Referenzdatenbank FluNet hat die WHO seit Anfang des Jahres weltweit rund 19.000 H1N1-Fälle registriert. Zahlenmäßig waren die USA, Mexiko und Indien mit den meisten Meldungen vertreten.

Auch in Deutschland ist das Schweinegrippevirus seit seinem ersten Auftreten regelmäßiger Influenzaauslöser, wenngleich auf sehr geringem Niveau.

Laut dem aktuellen Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) waren in der Kalenderwoche von 79 eingesandten Proben immerhin acht vom pandemischen H1N1-Stamm (zehn Prozent).

In der letzten Saison 2011/2012 machten H1N1-Viren allerdings gerade einmal ein Prozent aller gemeldeten Influenza-Fälle aus. (nös)

[25.12.2012, 17:04:43]
Dr. Horst Grünwoldt 
Schweinegrippe
Wie ist es möglich, daß das hinduistische Indien und muslimische Palestina mit ihrer verschwindend kleinen Schweinepopulation angeblich zu den hoch-risiko Ländern der porcinen Influenza gehören können?
Zu dieser Jahreszeit müßte doch in jenen Weltregionen gemäß des Vogelzuges und des damit verbundenen fiktiven Virustransportes wieder die aviäre Influenza "im Vormarsch" sein.
Sind grippe-assoziierte Krankheiten in sub- und tropischen Regionen der Welt wirklich ein beachtenswertes Gesundheits-Problem?
Oder ist diese paradoxe, epidemiologische Situation nur das Ergebnis von WHO- Zahlensalat und dessen irrealer, statistischer Aufbereitung?
Bekanntlich kranken sogar viele wissenschaftliche Veröffentlichungen (sog. papers) aus dem life-science Bereich daran, daß sie dürftige Untersuchungs-Ergebnisse erwartungs(un)gerecht oder
hoffnungsvoll "frisieren".
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »

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