Ärzte Zeitung online, 16.02.2009

Neue Datenbank zur Verwaltung von Blutproben - Sepsisforschung profitiert

JENA (eb). Das Institut für Informatik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und das Biotechnologie-Unternehmen SIRS-Lab haben eine Datenbank für Blutproben fertig gestellt. Damit ist es effektiver als bisher möglich, die zu Forschungszwecken gewonnenen Blutproben von Sepsis-Patienten zu verwalten. Die Proben sollen auch zur Entwicklung neuer Sepismarker genutzt werden.

Die Blutproben werden in der Biobank an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Universitätsklinikums Jena verwaltet, die unter anderem dazu dient, in Kooperation mit der SIRS-Lab neue Sepsismarker zu entwickeln. Die Sepsis-Forschung benötigt Blutproben als wesentliche Grundlage für ihre Experimente.

Diese für die Forschung so wertvollen Proben werden in speziellen Kühlschränken bei einer Temperatur von minus 80 Grad Celsius gelagert. Für einen solch großen und stetig wachsenden Probenbestand ist die Verwaltung durch ein geeignetes Computersystem notwendig.

Das für die Biobank neu entwickelte und einsetzbare Softwaresystem ist das Ergebnis der Informatik-Diplomarbeit von Clemens Kynast, die durch Professor Klaus Küspert vom Jenaer Lehrstuhl für Datenbanken und Informationssysteme und von Dr. Alessandro Romualdi von SIRS-Lab gemeinsam betreut wurde. Das Softwaresystem löst als Weiterentwicklung die bestehende Probenverwaltungsdatenbank ab.

"Bei der neuen Datenbanklösung geht es insbesondere darum, jederzeit einen lückenlosen Verwendungsnachweis und die Verlaufsgeschichte der Blutproben zur Hand zu haben", so Kynast. Deshalb bringt er einen erweiterten zeitabhängigen Faktor in die Datenbank ein, der es ermöglicht, jederzeit nachzuvollziehen, was mit entsprechenden Proben von der Abnahme vom Patienten bis zur Verwendung passiert.

Auch die Suchfunktion gestaltete Kynast nutzerfreundlicher, um letztendlich eine schnellere und präzisere Suche bestimmter Proben zu ermöglichen. "Es muss stets bekannt sein, wo in den verwendeten speziellen Kühlschränken sich diese oder jene Blutprobe eines Patienten befindet." Ein entscheidender Vorteil ist, dass die Probendatenbank in das bereits bestehende firmenweite Datenbankmanagementsystem integriert wurde. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten der Datenverknüpfung, die zu einem weiteren Informationsgewinn führen.

"Mit derartigem Handwerkszeug aus dem Informatikbereich sind viele Schritte auf Datenzugriffs- und Verwendungsebene sicherer und schneller zu bewerkstelligen", so Küspert. Sepsis lasse sich auch durch solche Informatiklösung nicht zum 'Kinderspiel‘ abtun, "aber die neue Datenbank beschleunigt die Sepsis-Forschung."

Die Sterblichkeitsrate bei Sepsis ist vergleichbar mit der von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, jedoch ist die sichere und schnelle Diagnose und Behandlung bei Sepsis weitaus schwieriger. Weltweit wird deshalb seit Jahrzehnten intensiv an der weiteren Verbesserung und Beschleunigung von Diagnoseverfahren und an neuen Behandlungstechniken geforscht.

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