Ärzte Zeitung online, 30.08.2010

Babytod in Mainz: Klärung der Todesursache ungewiss

MAINZ (dpa). Die Ursache für den Tod von drei Babys, die in der Mainzer Uniklinik verseuchte Nährlösung bekamen, wird möglicherweise nie zweifelsfrei geklärt. Es sei durchaus möglich, dass sich die Rechtsmediziner auch in ihrem endgültigen Obduktionsergebnis nicht festlegen könnten, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt von Mainz, Klaus-Peter Mieth, am Montag.

Mit den Gutachten, unter anderem zu mikrobiologischen und toxikologischen Analysen, rechne er in einigen Wochen. "Üblicherweise dauert so etwas vier bis sechs Wochen." Bislang ist unklar, ob die Darmbakterien in der Nährlösung zum Tod der drei Säuglinge auf der Intensivstation führten.

Zu der Verkeimung der Lösung kam es nach bisherigen Erkenntnissen durch eine defekt angelieferte Infusionsflasche mit einer Zutat für die Nährlösung. Möglicherweise drangen die Bakterien bei der Produktion oder dem Transport wegen eines Materialfehlers in die Flasche. Die Uniklinik trifft laut Staatsanwaltschaft demnach keine Schuld. Zur weiteren Klärung der Ursache seien nun weitere, aufwendige Untersuchungen nötig, sagte Mieth.

Am 20. August hatten auf der Intensivstation der Uniklinik elf Kinder die mit Darmbakterien verunreinigte Nährlösung erhalten. Drei Säuglinge - Frühchen oder durch Herzfehler ohnehin sehr geschwächt - starben. Nach der vorläufigen Obduktion von zwei der Babys legten sich die Mediziner nicht auf eine Todesursache fest.

Topics
Schlagworte
Sepsis (208)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »