Ärzte Zeitung, 10.06.2005

KOMMENTAR

Herausforderung Tuberkulose

Von Peter Leiner

Nicht nur, daß die Tuberkulose-Inzidenz in Osteuropa in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen ist und damit die Bedrohung für die Menschen in Westeuropa wächst - nun gibt es offenbar auch immer mehr Tuberkulose-Erreger vom Beijing-Stamm.

Und dieser Stamm ist virulenter als die bisher zirkulierenden Stämme. Innerhalb von nur sieben Jahren hat sich der Anteil dieses Stammes unter den resistenten Bakterienstämmen mehr als verdoppelt.

Diese Entwicklung ist schneller als erwartet, angefacht nicht zuletzt durch die vereinfachten Reisemöglichkeiten nach Osteuropa und in die Länder des Baltikums. Ein Fehler wäre es, sich vorrangig auf verbesserte Therapiemöglichkeiten zu konzentrieren.

Es müssen auch alle Anstrengungen unternommen werden, um die vielversprechende Impfstoffentwicklung vorantreiben und die Erreger mit modernen molekularbiologischen Methoden besser und schneller als bisher nachweisen zu können.

Zu allererst müssen aber Versorgungs-Projekte wie die des Pneumologen Dr. Dietrich Rohde und des Vereins Agitas Circle bei Düsseldorf im Königsberger Gebiet unterstützt werden, wo die Zahl resistenter Keime stark steigt.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Hoffnungen auf Impfstoffe gegen den Erreger der Tuberkulose

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »