Ärzte Zeitung online, 18.08.2008

Multiresistente Tuberkulose-Erreger breiten sich in Südafrika aus

JOHANNESBURG (dpa). Ein extrem gefährlicher Tuberkulose-Erreger verbreitet sich in Südafrika immer schneller, berichteten Medien. Neue Studien belegen nach Informationen der "Sunday Times", dass bereits ein Sechstel aller mit dem mehrfach resistenten Tuberkulose-Erregerinfizierten Menschen in Südafrika lebt.

Zudem entwickelten sich dort nun in den einzelnen Regionen des Landes unabhängig voneinander unterschiedliche Erreger-Stämme. Die Weltgesundheitsorganisation WHO habe vor diesem Hintergrund in Südafrika ein Büro eröffnet, um der Regierung bei der Bekämpfung der meist tödlichen Krankheit zu helfen.

An den gegen die meisten Medikamente resistenten Bakterien (XDR-Tb) erkrankten demnach in dem Kap-Staat jährlich bereits knapp 1000 Menschen nach offizieller Zählung - die Dunkelziffer wird weitaus höher angesetzt. Knapp 40 Krankenhäuser im Lande haben XDT-Tb-Fälle gemeldet, die um bis zu 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen haben. Im Schnitt würden die Patienten 16 Tage nach der Diagnose sterben.

Normalerweise lässt sich Patienten mit einer akuten Tuberkulose gut mit Standard-Antibiotika behandeln. Werden diese Mittel jedoch falsch eingesetzt oder nicht regelmäßig eingenommen, bilden sich widerstandsfähige Erregerstämme, die nur noch mit Ersatzpräparaten bekämpft werden können. Werden auch diese Mittel falsch eingesetzt oder nicht regelmäßig eingenommen, können sich die extrem resistenten Keime bilden, die kaum mehr in den Griff zu bekommen sind.

Ein Drittel der Weltbevölkerung ist nach WHO-Angaben mit Tuberkulosebakterien infiziert.

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