Ärzte Zeitung online, 01.04.2009

WHO-Alarm wegen resistenter Tuberkulose

PEKING (dpa). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Mittwoch vor einem drastischen Anstieg von multiresistenten Tuberkulose-Erregern gewarnt. "Schon heute ist die Situation alarmierend, und es könnte sehr schnell noch viel schlimmer werden", sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan zum Auftakt einer dreitägigen Fachkonferenz in Peking, an der Vertreter von etwa 30 Ländern teilnehmen.

Tuberkulose (Tb) ist weltweit die bakterielle Infektionskrankheit mit den meisten Todesfällen.

Im Jahr 2007 starben nach WHO-Angaben 1,7 Millionen Menschen an Tuberkulose. Etwa 500 000 Menschen seien damals mit multiresistenten Erregern infiziert gewesen, bei denen die Therapie oft versagt.

Therapie erfordert Disziplin

Die Antibiotika-Behandlung der Krankheit, die meistens die Lunge befällt, dauert viele Monate und erfordert große Disziplin. Abgebrochene Therapien führen allerdings dazu, dass immer mehr Erregerstämme resistent werden. Besonders anfällig für die Krankheit sind immungeschwächte Patienten wie HIV-Infizierte oder arme Menschen.

Die Stiftung des Microsoft-Mitbegründers Bill Gates will China im Kampf gegen die resistenten Tb-Erreger unterstützen. Mit einer Finanzspritze in Höhe von 33 Millionen Dollar (etwa 25 Millionen Euro) soll China ein Präventionsmodell entwerfen, das auf andere Staaten übertragbar ist.

Sein Land wolle unter anderem neue Tests zur Diagnose entwickeln, sagte Chinas Gesundheitsminister Chen Zhu. Experten schätzen, dass pro Jahr 1,5 Millionen Tb-Fälle in China behandelt werden müssten -die genaue Zahl ist nicht bekannt.

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