Ärzte Zeitung, 03.07.2006

Europäer gehen gemeinsam gegen Vogelgrippe vor

PARIS (dpa). Europa wappnet sich vereint gegen eine mögliche Grippe-Pandemie durch Vogelgrippe-Viren.

Im Herbst werden Veterinärexperten, Mediziner und Forscher unter der Leitung des Europäischen Zentrums für Krankheitsprävention ECDC in Stockholm eine Arbeitsgruppe bilden, um Maßnahmen gegen das H5N1-Virus zu koordinieren. Das sagte der Virologe Professor Albert Osterhaus vom Erasmus-Zentrum Rotterdam zu Beginn eines Vogelgrippe-Kongresses in Paris.

Der Weltbank-Experte Milan Brahmbhatt sagte, die Gefahr einer Grippe-Pandemie mit riesigen weltweiten Kosten steige. Als Lehre aus den bisherigen Pandemien empfahl Brahmbhatt eine schnelle, ehrliche und akkurate Information der Öffentlichkeit und eine enge Kooperation der Staaten, Forscher und Unternehmen.

Der Erfolg aller Maßnahmen müsse sorgsam bewertet werden. So zeige sich, daß die Tötung infizierter Tierbestände nur erfolgreich sei, wenn die Besitzer ausreichend entschädigt würden. Für langfristige Seuchenmaßnahmen sei zu beachten, daß eine Grippe-Pandemie auch von einem anderen Virus als dem H5N1-Virus ausgehen kann.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO wurden bisher 228 Infektionen durch H5N1 bei Menschen nachgewiesen. 130 der Infizierten starben. 2005 gab es 41 Tote. Seit Januar 2006 sind es bereits 54.

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