Ärzte Zeitung online, 22.10.2008

UN: Keine Entwarnung bei Vogelgrippe - aber deutlich weniger Fälle

NEW YORK (dpa). Die Vereinten Nationen wollen zwar noch keine Entwarnung bei der Vogelgrippe geben, die Fälle von Infektionen mit dem Influenza-Virus H5N1 sind jedoch weltweit zurückgegangen. Das bestätigte der zuständige UN-Koordinator David Nabarro anlässlich eines neuen Vogelgrippeberichts am Dienstag in New York.

Nur 20 Länder, in denen es bereits Fälle mit dem H5N1-Virus gegeben hat, meldeten in den ersten neun Monaten dieses Jahres erneut Ausbrüche des hochansteckenden Virus. Im vergangenen Jahr seien es in dem gleichen Zeitraum 25 Länder gewesen.

Dem neuen UN-Bericht zufolge ist Vogelgrippe vor allem in Ägypten und Indonesien noch stark verbreitet. In Abständen tauche das Virus auch unter anderem in Pakistan, sowie Teilen von China, Bangladesch, Thailand und Korea auf. Die meisten Länder seien auf den möglichen Ausbruch einer Epidemie jedoch besser vorbereitet als noch vor drei Jahren. Viele Staaten hätten einen Notfallplan, der jedoch in den seltensten Fällen getestet werde. "Es muss noch mehr getan werden, um sicher zu gehen, dass wir für diese Art von globaler Krise bereit sind", warnte Nabarro.

In Deutschland war Anfang Oktober bei einer Ente in Sachsen das Influenza-Virus vom Typ H5N1 nachgewiesen worden (wir berichteten). Es war der erste Vogelgrippefall in Deutschland in diesem Jahr. Das Virus befällt vor allem Hühnervögel und Puten, aber auch Wasservögel wie Enten. Auch Menschen können sich bei mangelnder Hygiene an infizierten Tieren anstecken.

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