Ärzte Zeitung, 19.04.2013

In seltenen Fällen

Auch Menschen übertragen neue Vogelgrippe

Die WHO vermutet eine Übertragung des Vogelgrippevirus H7N9 von Mensch zu Mensch in "seltenen Fällen".

PEKING. Bei vielen Menschen mit neuer Vogelgrippe ist die Infektionsquelle unklar. Bislang seien drei Gruppen von Menschen bekannt, in denen sich das Virus wahrscheinlich unter engen Familienangehörigen verbreitet habe, sagte WHO-Vertreter Michael O'Leary am Freitag in Peking.

Es handle sich um einen Vater mit zwei Söhnen, die zweite Gruppe sei ein Vater mit seinem Kind und die dritte seien ein Mann und seine Frau.

Die WHO gehe nicht davon aus, dass es eine größere Übertragung zwischen Menschen gebe. Bislang seien mehr als 1700 enge Kontaktpersonen der infizierten Patienten in China untersucht worden. Mit Ausnahme der drei Gruppen sei bei niemandem das Virus nachgewiesen worden.

Vor drei Wochen hatten chinesische Behörden erstmals von Infektionen mit dem neuen Stamm der Vogelgrippe berichtet. Am Freitag ging das Gesundheitsministerium von 87 mit dem Virus infizierten Menschen aus. 17 von ihnen sind gestorben. Täglich werden weitere Infizierte gemeldet.

WHO-Team vor Ort

Ein WHO-Expertenteam unterstützt die Behörden vor Ort etwa bei der Aufklärung von Infektionswegen. Der Gruppe gehören insgesamt 15 Wissenschaftler an, von denen fünf von der chinesischen Gesundheitsbehörden stammten, wie O'Leary sagte.

Außerdem seien Experten aus Europa, den USA, Australien und Hongkong darunter sowie fünf Wissenschaftler der WHO. Die chinesische Regierung habe eine Route für das Team vorbereitet. Es soll eine Woche in China bleiben, und unter anderem Labore, Krankenhäuser und betroffene Regionen besuchen.

Eine Kernaufgabe der Mission sei, die Infektionswege des Virus genauer zu untersuchen, sagte O'Leary. Bislang sei nur bei etwas mehr als der Hälfte der Infizierten ein direkter Kontakt zu Geflügel nachgewiesen worden. Daher sei es nun ein Ziel, herauszufinden, ob es noch andere Infektionswege gebe. (dpa)

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