Ärzte Zeitung online, 22.11.2013

Tiermedizin

Per Schnelltest Vogelgrippe diagnostizieren

Schnelltests können direkt im Stall angewendet werden und zeigen binnen weniger Minuten ein Ergebnis an. Tierärzte können so schnell anzeigepflichtige Krankheiten wie Maul- und Klauenseuche oder Vogelgrippe diagnostizieren.

GREIFSWALD. Wichtige Tierseuchen können nach Einschätzung von Experten durch neuartige Schnelltests zügiger erkannt werden.

Bei einem positiven Testergebnis könnten dann unmittelbar Maßnahmen zur Bekämpfung eingeleitet werden, hat der Tierseuchenforscher Martin Beer vom Friedrich-Loeffler-Institut am Donnerstag in Greifswald berichtet.

Vor allem in Entwicklungsländern ohne dichte Labornetze seien diese sogenannten Pen-side-Tests hilfreich.

Rund 200 Tierseuchenforscher und Labordiagnostiker aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA beraten bis Freitag in Greifswald über neue Testverfahren und Methoden der Tierseuchenbekämpfung.

Afrikanische Schweinepest im Fokus

Die Forscher des auf der Ostsee-Insel Riems ansässigen Bundesforschungsinstituts entwickeln und erproben derzeit im Rahmen des EU-Projektes Rapidia verschiedene Schnelltests auf ihre Praxistauglichkeit und geben Empfehlungen für deren Einsatz.

Für die Afrikanische und Klassische Schweinepest gebe es zuverlässige Antikörpertests, sagte Beer. Gerade die Afrikanische Schweinepest, gegen die es keinen Impfstoff gibt, steht derzeit unter genauer Beobachtung der Forscher. Ausbrüche gibt es an der östlichen EU-Außengrenze.

"Wir haben eine dramatische Ausbreitung in Russland, in den letzten zwei Jahren in der Ukraine und zuletzt auch in Weißrussland", sagte der Präsident der Friedrich-Loeffler-Instituts, Thomas Mettenleiter.

Bei einem Ausbruch müssen betroffene Tierbestände gekeult und Sperrzonen eingerichtet werden. (dpa)

[22.11.2013, 13:47:09]
Dr. Horst Grünwoldt 
Schnell-Test
Es bleibt zu hoffen, daß vor einem Antikörper-"Schnelltest" im Stallmilieu zunächst immer noch das klinische Krankheitsbild fachtierärztlich beurteilt wird. Dazu sind bekanntlich jüngere (Amts-)Tierärzte, die noch nie einen Fall von Schweine- oder Geflügel-"Pest" sehen konnten, oftmals nicht in der Lage.
Für ein "seuchenhaftes" Infektions-Geschehen müßten i.d.R. schon mehrere Krankheitsfälle in der jeweiligen Herde vorliegen, bevor man den vermeintlichen Erreger als "hochansteckend" bezeichnet.
Im AK- Test wird oftmals auch nur eine Grundimmunität nach unbekannten, früherem Antigen- Kontakt festgestellt (sog. stille Feiung).
Ich wünsche mir, daß technisch einfache Testsysteme, die auch manches falsch-positive Eegebnis liefern können, nicht zu überschnellen "Keulungs"-Aktionen durch meine Veterinär-Kollegen führen mögen.
Wie anhaltend rapide wird sich wohl der einmal etablierte AK- Schnell-Test zur Diagnostik von Schweine- und Vogelgrippe bei den vermuteten (schnellen) Erreger-Mutationen erweisen? Und wie langdauernd dürfte danach sein Gebrauchswert sein?
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (Tierarzt i.R.), Rostock zum Beitrag »

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