Ärzte Zeitung online, 03.12.2013

Vogelgrippe

Erster H7N9-Fall in Hongkong

Großer Schrecken in Hongkong: Erstmals ist in der Millionenmetropole ein Mensch an H7N9 erkrankt. Die Stadt hat die Alarmstufe erhöht.

Erster H7N9-Fall in Hongkong

Skyline von Hongkong: Bedroht Geflügel die Stadt?

© Alex Hofford / epa / dpa

HONGKONG. Die Millionenstadt Hongkong hat ihren ersten Infektionsfall mit dem Vogelgrippe-Virus H7N9. Betroffen ist eine 36-jährige indonesische Haushaltshilfe.

Sie leide an einer Pneumonie und müsse künstlich beatmet werden, berichten lokale Medien. Ihr Zustand sei kritisch. Sie wird seit Mitte vergangener Woche im größten Krankenhaus der Stadt, dem Queen Mary Hospital, versorgt.

Die Behörden reagierten am Dienstag auf den Fall und erhöhten die Pandemiewarnstufe. An Krankenhäusern, Grenzen und Hühnermärkten wurden die Kontrollen erhöht. Geflügelimporte vom chinesischen Festland wurden bis auf Weiteres verboten.

Die Familie, bei der die erkrankte Frau beschäftigt ist, wird nach Behördenangaben in einem Krankenhaus in Quarantäne genommen und dort beobachtet. Die Eheleute und deren beiden Kinder hätten leichte Grippesymptome entwickelt, hieß es. Auch weitere Kontaktpersonen stünden unter Beobachtung.

Fast 50 Tote seit Jahresanfang

Die 36-jährige Indonesierin war den Berichten zufolge Mitte November von Shenzhen nach Hongkong gereist. Die chinesische Stadt mit zehn Millionen Einwohnern liegt nördlich von Hongkong auf dem Festland. Dort soll sie ein Huhn geschlachtet und gekocht haben.

Die Behörden vermuten, dass sich die Frau auf diese Weise mit dem H7N9-Virus infiziert haben könnte.

Der Fall lässt in Hongkong Befürchtungen nach einer Epidemie mit aviärer Influenza wachsen. Die Behörden warnten allerdings vor Panik. Nach Angaben der WHO gibt es derzeit keine Anhaltspunkte für eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung.

H7N9 war Anfang des Jahres im Südosten Chinas aufgetreten. Seitdem sind laut WHO rund 140 Menschen an einer Infektion erkrankt - meist über Kontakt mit Geflügel. Nach offiziellen Angaben sind bislang 45 Menschen an den Folgen gestorben.

Die WHO hatte Ende September ihre Empfehlungen für einen Impfstoff gegen die Influenzaerkrankung veröffentlicht. Danach sollte für die Vakzine das Virus A/Anhui/1/2013-like* verwendet werden.

Es wurde von Erkrankungsfällen aus der ostchinesischen Provinz Anhui isoliert. Die durch dieses Virus ausgelöste Immunantwort reagiert nach WHO-Angaben mit allen bislang erfassten H7N9-Viren. (nös)

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