Ärzte Zeitung App, 22.12.2014

Vogelgrippe

H5N8 verbreitet sich bisher nur unter Tieren

Vogelgrippe-Antikörper als Virusnachweise sind jetzt auch bei Hunden in Ostasien isoliert worden.

ULM. Im November wurde das Vogelgrippevirus H5N8 erstmals in Europa nachgewiesen.

Bisher ist unklar, wie der für Hausgeflügel hochansteckende Erreger die Distanz zwischen Ostasien und Mittel- und Westeuropa überwinden konnte.

Nachweise in Wildvögeln lassen jedoch vermuten, dass Zugvögel das Virus, wie schon beim gefährlichen H5N1-Ausbruch eingeschleppt haben.

Andere Szenarien der Verbreitung sind zwar eher unwahrscheinlich, müssen jedoch dringend untersucht werden, fordert die Gesellschaft für Virologie (GfV) in ihrem aktuellen Newsletter 11/2014.

Dass H5N8-Viren Menschen infizieren, sei derzeit nicht anzunehmen - ausschließen können Experten der Fachgesellschaft es jedoch nicht.

Denn zumindest Hunde in Ostasien hätten sich bereits mit dem aggressiven Erreger infiziert.

Keine Hinweise auf Übertragung auf Menschen

Bislang gebe es keinerlei Hinweise, dass das H5N8-Virus sich vom Tier auf den Menschen überträgt, wird Professor Thomas Mertens, Präsident der GfV und Virologe am Universitätsklinikum Ulm, in der Mitteilung zitiert.

Allerdings wurden in Ostasien Antikörper gegen H5N8-Erreger bei Hunden nachgewiesen.

Die Tiere hatten sich infiziert, aber offenbar ohne Krankheitssymptome. Auch experimentell war eine Übertragung auf Hunde und Katzen möglich.

Der Kontakt von Hunden mit Hühnern oder Puten, aber vor allem mit Wildvögeln, sollte daher vermieden werden.

Um die Sicherheitsvorkehrungen in Tierbetrieben besser planen zu können, ist es wichtig, dass Virologen Verbreitungswege untersuchen.

Das Virus wurde bereits in verschiedenen Wildvögeln wie Schwänen, Pfeif- und Krickenten nachgewiesen.

Von Wildvögeln eingeschleppt

Daher werde es momentan als wahrscheinlich angesehen, dass wie vor neun Jahren das H5N1-Virus, auch das H5N8-Virus mit Zugvögeln nach Europa eingeschleppt wurde.

Andere Übertragungswege, etwa über Handelsverbindungen der Geflügelindustrie, werden ebenfalls untersucht.

Jedoch schätzt die GfV, wie auch das Friedrich Löffler Institut und andere Organisationen, diese Verbreitung als eher unwahrscheinlich ein.

Seit Anfang 2014 werden in Südkorea sowie in benachbarten Ländern wie China, Vietnam und Japan vermehrt Infektionen mit dem H5N8Virus bei Geflügel nachgewiesen.

Am 6. November wurde das Virus erstmals auch in Europa nachgewiesen, in einem Putenhof in Mecklenburg-Vorpommern.

Es folgten Infektionen in den Niederlanden und im Vereinigten Königreich. Beim H5N8-Virus handelt es sich um eine Erreger-Variante vornehmlich aus Gensegmenten des H5N1- und des H5N2-Virus. (eb)

[25.12.2014, 11:44:22]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Sehr geehrter Herr Dr. Horst Grünwoldt, der "Zeitgeist", den Sie mit Ihrer lächerlichen Buchempfehlung
dokumentieren, ist ja ausgesprochen "wissenschaftsfeindlich", das gilt gleichermaßen für die Angst vor Infektionen, die jedenfalls in Deutschland sicher unangemessen groß ist verglichen mit den viel wichtigeren Krankheitsursachen,
wie noch viel unverständlicher für Krankheitsleugner und Impfgegner wie Sie offenbar.
Behandelt wird von Ärzten immer eine Krankheit z.B. eine Pneumonie, kein Laborbefund, wobei das Labor im Einzelfall unverzichtbar ist. Auch an der Schweinegrippe sind in Deutschland Menschen gestorben, nicht so viele wie in USA, glücklicherweise. Es war allerdings das erste mal in der Menschengeschichte, dass der Impfstoff schneller verfügbar war als der Erreger. Als Tierarzt müssten Sie eigentlich wissen, dass alle "Grippe-Viren" von Vögeln "abstammen", as die besondere Aufmerksqmkeit der Experten für die Vogelgrippe hinreichend erklärt.
Für die Bedeutung von Infektionskrankheiten ist immer ein Blick in die Entwicklungsländer oder in unsere eigene europäische Geschichte sinnvoll.
mfG zum Beitrag »
[25.12.2014, 11:14:56]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Herr Tierarzt aus Rostock möchten Sie mit ihrer Buchempfehlung zurück in die Zeit vor Robert Koch?
[24.12.2014, 17:30:29]
Dr. Horst Grünwoldt 
Viren auf allen Vieren
Solange Virologen dramatisierend von "sich verbreitenden", "überspringenden" und "ausbrechenden Erregern" sprechen, scheinen die mir als Labormenschen am wenigsten geeignet, Infektions-Quellen und -wege wirklichkeitsnah und epidemiologisch erforschen zu können.
Da es sich bei den Oberflächen-Antigen-Varianten von HxNy jeweils nur um Virus-Bruchstücke und Protein-Schnipsel handelt, liegt es nahe, daß die bei nahezu allen untersuchten Tierarten wegen der hohen genetischen Verwandtschaft gelegentlich nachgewiesen werden können.
Das müßte eigentlich evident sein für ein nicht "zirkulierendes und grassierendes"(?) unbelebtes Urpartikelchen aus der Miasmenküche der Urgeschichte, das erst einmal die trainierte Schleimhaut-IgA- Armada überwinden müßte, und das mit dem richtigen Rezeptor-Schlüssel!
Könnte nicht jedweder "Virus-Nachweis" -ich denke dabei an die grau- verschleierten elektronen-mikroskopischen Aufnahmen, die dann durch phantasiebegabte Zeichner zu kleinen Sputnik-Viroiden erst geschaffen werden-
stets einer exogen stimulierten, aber endogen fehlgeleiteten Proteinsynthese mit Zelluntergang entstammen? Dafür würde letztlich auch die Organtrophie der "gewebesuchenden Erreger" passen. Ich erinnere mich dabei an mein (human-)virologisches Praktikum an der FU Berlin/Mitte der 70er Jahre, wo uns der Professor H. die getürkte Virus-Reduplikation und den Zell"Untergang" mittels einer lichtmikroskopischen Filmaufnahme "sichtbar" gemacht hat! Offensichtlich durch die "Brown´sche" Thermo-Bewegung irgendwelcher Mikro-Partikel im Fluidum.
Da die Virologie sich so gut wie immer der indirekten, fehlerbehafteten Nachweismethoden- Ag/AK Reaktionen und der "eleganten" PCR- bedient, sollten deren Ergebnisse vor der Verkündung eines "Seuchenausbruchs" äußerst kritisch bewertet werden, und sowieso erst noch mit klinischen Krankheitsbildern bei der betroffenen Tierart überprüft werden.
Eigentlich sollte bei so nachwirkungsreichen Entscheidungen, wie staatliche Bestellung der nicht benötigten 50 Millionen Schweinegrippe-Impfdosen für D oder die "vorsorgliche" Vernichtung einiger hunderttausend Nutztiere, von den Betroffenen stets der direkte Virusnachweis verlangt werden!
Für einen Mikrobiologen, der in erster Instanz aber Tiermediziner und Hygieniker ist, sind die allermeisten Mikroben-Nachweise bei einer vermeintlichen Infektionskrankheit lediglich ein Nebenbefund.
Ansonsten erkenne ich die als kausale "Seuchenerreger" erst an, wenn eine Bakeriämie oder Virämie (sog. "Blutvergiftung") klinisch und pathologisch nachgewiesen wurde. Schließlich sind innere Krankheiten bei gründlicher Anamnese und Ursachenforschung so gut wie immer multifaktoriel bedingt. Besonders natürlich unter "epidemischen" Lebensbedingungen wie in den E- Ländern dieser Welt - vor allen den tropischen.
Insofern habe ich als früherer Westafrika-Hygieniker auch begründete Zweifel, daß die von der WHO-initiierte, furchterregende Ebola-Kampagne als reines "Seuchengeschehen" erklärt werden kann. Das beweisen u.a. die dann erst in Europa sorgfältig diagnostizierten Malaria-Fälle.
In Erinnerung an die wahnwitzigen Seuchenprognosen eines früheren AIDS- Forschers, PEI- und RKI- Direktors, empfehle ich als Neujahrslektüre allen Mikro- und Virophoben das aufklärerische Buch "Virus-Wahn" von T. Engelbrecht und C. Köhnlein.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »

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