Ärzte Zeitung, 01.03.2004

Zahl der FSME-Infizierten gestiegen

FRANKFURT/MAIN (ug). 278 Menschen in Deutschland waren im letzten Jahren an FSME erkrankt. "Das ist die höchste Zahl seit 1994", sagte Professor Jochen Süss vom Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin-Marienfelde auf einem Reisemedizin-Symposium in Frankfurt am Main.

Ein gemeiner Holzbock auf Lauer. Ende des Monats, wenn die Temperaturen über zwölf Grad steigen, beginnt die Zecken-Saison. Foto: V. Steger/Baxter

Auch bei den Risikogebieten für Frühsommer-Meningoenzephalitis, deren Erreger von Zecken übertragen wird, gibt es eine Zunahme: 1998 waren in Deutschland 63 Landkreise als Risikogebiete ausgewiesen. "Im letzten Jahr waren es mindestens 87, vielleicht sogar mehr", so Süss. Denn die Auswertung sei noch nicht abgeschlossen.

Neue FSME-Risikogebiete gibt es vor allem in Thüringen und im bayerisch-hessischen Odenwald.

Das gelte aber nicht nur für Deutschland, sagte Süss. Zecken und mit ihnen das FSME-Virus verbreiteten sich auch in anderen Ländern immer weiter. "Überall in Europa mit Ausnahme der iberischen Halbinsel, des Vereinigten Königreichs und der drei Benelux-Staaten ist FSME endemisch, wenn auch mit drastischen Unterschieden." Wenig FSME gibt es etwa in Italien. In den baltischen Staaten dagegen sei die Situation "dramatisch", sagte Süss.

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